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Weiterbildungsbeteiligung im Trend

Die Teilnahme von Akademiker_innen an beruflicher Weiterbildung im Zeitverlauf – 1991 bis 2010

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Sarah Widany

Je höher das Bildungsniveau desto wahrscheinlicher die Teilnahme an Weiterbildung. Nach diesem bekannten Zusammenhang zeigen Akademiker_innen eine überdurchschnittlich hohe Weiterbildungsaktivität. Vor dem Hintergrund einer stetig zunehmenden Bedeutung akademischer Qualifikationen untersucht die Studie die berufliche Weiterbildungsbeteiligung Hochqualifizierter und identifiziert Einflussfaktoren der Teilnahme jenseits des Qualifikationsniveaus. Auf der Grundlage der Erhebungen des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) und des Adult Education Survey (AES) zeigen sich in der Trendanalyse für den Zeitraum 1991 bis 2010 relativ stabile Teilnahmestrukturen. Diese werden vor allem durch Faktoren des Erwerbskontextes und des akademischen Arbeitsmarktes geprägt.
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1. Einleitung

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Die Bildungsbeteiligung Erwachsener, insbesondere an beruflicher Weiterbil­dung, ist in den letzten beiden Jahrzehnten begleitet von Schlagworten wie ‚Lebenslanges Lernen‘‚ Wissensgesellschaft‘ und ‚Globalisierung‘, ‚Strukturwandel‘ oder ‚Demographischer Wandel‘ verstärkt in den Fokus geraten. Dieser Aufwertungsprozess kann in einem politischen Diskurs verfolgt werden, in dem Bildung als wichtig(st)e Ressource für eine im internationalen Wettbewerb stehende, rohstoffarme Wirtschaft gehandelt wird. Demnach schafft Bildung die Voraussetzung für individuellen und gesellschaftlichen Wohlstand. Ein durchlässiges Bildungssystem gewährleistet Integration und Teilhabe, Einstieg und Aufstieg in der Gesellschaft und gilt somit als Zukunftsgarant für die von Regierungsseite proklamierte ‚Bildungsrepublik Deutschland‘ (vgl. bspw. Rede von Bundeskanzlerin Merkel 2008). Die gesellschaftliche Bedeutung beruflicher Weiterbildung wird vor diesem Hintergrund vorrangig in Bezug auf die Sicherstellung und Anpassung der für eine leistungsfähige Wirtschaft notwendigen Qualifikationsstruktur herausgestellt. Mit Blick auf soziale Inklusion werden Zielgruppen fokussiert, die eine unterdurchschnittliche Weiterbildungsbeteiligung zeigen. Durch Weiterbildung sollen – so kann man zahlreichen Dokumenten im Kontext der Politikberatung entnehmen – die Qualifikationsreserven von älteren Arbeitnehmer_innen, Geringqualifizierten und Migrant_innen nutzbar gemacht werden (vgl. stellvertretend Expertenkommission Forschung und Innovation 2012: 61f.). Auch andere wichtige politische Gruppen wie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände betonen die Bedeutung beruflicher Weiterbildung, wenn auch aus teilweise unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen.

Auf der einen Seite steht somit eine steigende Wertschätzung beruflicher Weiterbildung, auf der anderen Seite steht die realisierte Nachfrage nach Weiterbildung. Im Kontext des Bildungsmonitorings als bildungspolitisches Steuerungsinstrument kann auf Grundlage der indikatorenbasierten Bildungsberichterstattung die Entwicklung der Teilnahme an Weiterbildung inzwischen...

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