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Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär

Die Gründungsmitglieder des "Südostdeutschen Kulturwerks</I> München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien

Johann Böhm and Klaus Popa

In dieser Studie werden jene Personen der Öffentlichkeit in Erinnerung gebracht, die die Kriminalität des staatlich institutionalisierten Nationalsozialismus innerhalb der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien unterstützten und die deutsche Bevölkerung einem verbrecherischen Regime auslieferten. Nach 1945 beherrschten diese ehemaligen Nazis nicht nur die Landsmannschaften der Deutschen aus diesen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch das Südostdeutsche Kulturwerk und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter. So konnten sie ihre fragwürdige Geschichtsauffassung ungestört verbreiten und ihre Kritiker mit Schmähkampagnen und Einschüchterungsversuchen verunglimpfen. Deshalb widmet sich diese Arbeit der Frage, wie es möglich war, dass sich diese Vertriebenenpolitiker mit brauner Vergangenheit nach 1945 wieder an die Spitze ihrer Landsleute setzen konnten.
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Vorwort

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Bevor wir uns der Verleugnung der NS-Vergangenheit ehemaliger Hitleranhänger in den NS-Volksgruppenführungen der deutschen Volksgruppen in Ungarn, Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien zuwenden, die nach 1945 nicht nur die Landsmannschaftsführungen der Deutschen aus diesen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland beherrschten, sondern auch das Südostdeutsche Kulturwerk und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter, müssen wir die Ursachen ermitteln, die es möglich machten, dass sich diese ehemaligen Nazis nach 1945 wieder an die Spitze ihrer Landsleute setzen konnten.

Nach achtundzwanzigjähriger Auseinandersetzung mit den ehemaligen Ostrittern der deutschen Volksgruppen in den oben erwähnten Ländern bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass man nach Kriegsende die Sache eines klar erkennbaren kriminellen Systems zu einer eigenen, zur vaterländischen erklärte. Dabei vergaß man, dass ein beträchtlicher Teil der Welt in Stücke geschlagen worden war, und man scheiterte schließlich daran, mit diesen schrecklichen Verbrechen fertig zu werden – man wollte einfach in Ruhe gelassen werden. So gespenstisch das angesichts der Trümmer, des Verlusts der Heimat und der vielen Toten auch klingen mag, für diejenigen, die für Hitlerdeutschland und seine Vasallen in den deutschen Volksgruppenführungen Ostmittel- und Südosteuropas die Primärverantwortung trugen, war dies nach 1945 doch über Jahrzehnte hin die psychische Wirklichkeit dieser Deutschen in der Bundesrepublik Deutschland. Für sie war der „Frieden mit den ehemaligen Nazis“, und darauf lief die Entwicklung innerhalb der verschiedenen Landsmannschaften letztlich hinaus, intern, und nichts als intern.1...

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