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Narrative Kompetenz in der Fremdsprache Englisch

Eine empirische Studie zur Ausprägung mündlicher Erzählfertigkeiten am Ende der Sekundarstufe I

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Hannah Ruhm

Erzählen ist eine kommunikative Grundfertigkeit und wichtige Kulturtechnik. Auch in der Fremdsprachendidaktik wird die Bedeutung von Erzählfähigkeit als Schlüsselkompetenz zunehmend betont. Diese empirische Studie untersucht und modelliert mündliche narrative Kompetenz in der Fremdsprache Englisch. Die Datengrundlage bilden mündliche Erzählungen von Schülerinnen und Schülern am Ende der Sekundarstufe I. Anhand der qualitativen Auswertung wird datengeleitet ein Modell entwickelt, das die Teilkompetenzen und die möglichen Abstufungen fremdsprachlicher narrativer Kompetenz konkret beschreibt. Die Studie kann somit Hinweise für die Diagnose und Förderung von Erzählkompetenzen im Fremdsprachenunterricht geben und zur Ausdifferenzierung curricularer Dokumente beitragen.
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1 Einleitung

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Erzählungen sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Erzählt wird in den unterschiedlichsten Situationen und in beinahe jedem lebensweltlichen Kontext. Menschen erzählen einander, was sie erlebt, was sie in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen haben. Sie erzählen Witze, Anekdoten und Gute-Nacht-Geschichten. Erzählt wird im Privaten ebenso wie in der Schule und am Arbeitsplatz, beim Einkaufen ebenso wie vor Gericht und am Krankenbett. Erlebnisse und Erfahrungen erzählend mitzuteilen ist nach Nünning & Nünning ein „anthropologisches Grundbedürfnis des Menschen“, das im „Verlangen nach Erklärungen und nach Sinnstiftung“ begründet liegt (2007: 88). Geschichten helfen dabei, Erfahrungen, Ereignisse und Erinnerungen zu strukturieren und ihnen eine Bedeutung zu geben; sie tragen damit zur Identitätsbildung (ebd.) und zur Herstellung sozialer und kultureller Gemeinsamkeiten bei.

Narrative Kompetenz, also die Fähigkeit, Erzählungen in Alltagssituationen und in der Interaktion mit einem Gesprächspartner produzieren und gestalten zu können, ist somit eine wichtige kommunikative Grundfertigkeit. Narrative Kompetenz umfasst andererseits auch eine rezeptive Komponente, nämlich die Fähigkeit, Erzählungen – sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher oder anderer medialisierter Form − verstehen und verarbeiten zu können. Dies bezieht sich nicht nur auf (traditionelle) literarische Formen des Erzählens, wie Romane und Kurzgeschichten, sondern auch auf Filme und Dramen, sowie auf „neuere“ narrative Genres und Medienformate wie Talkshows, sitcoms oder Hypertexte (Nünning & Nünning 2010: 229–230). Gerade angesichts der großen medialen und kulturellen Vielfalt in...

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