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Mittelalterliche Bibelhandschriften am Niederrhein

Gerhard Karpp

Das Buch führt am Beispiel der Düsseldorfer Bibelhandschriften des 9. bis 15. Jahrhunderts, die aus Klöstern und Stiften am Niederrhein stammen, in die handschriftliche Überlieferung der Bibel im Mittelalter ein. Eine Besonderheit dabei ist, dass diese 18 Handschriften zweifach beschrieben werden: im I. Teil allgemeinverständlich für Interessierte und Freunde des alten Buches, versehen mit historischen und handschriftenkundlichen Erläuterungen und einigen Beigaben; im II. Teil als Quellen für Wissenschaftler zahlreicher Fachgebiete und methodisch nach den international anerkannten Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Aufschlussreich ist das Lesen beider Beschreibungen derselben Handschrift, um die Methoden kennenzulernen, die zu den Ergebnissen moderner wissenschaftlicher Handschriftenforschung führen. Das Buch kann auch als eine Art Einführung in die mittelalterliche Handschriftenkunde gelten. Auf Bildmaterial wird verwiesen.
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1. Übersicht: Die mittelalterlichen Bibelhandschriften in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (8. / 9. – 15. Jahrhundert)

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Die Düsseldorfer Bibliothek besitzt seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts annähernd 390 mittelalterliche Handschriften. Diese ansehnliche Sammlung stammt aus etwa zwei Dutzend niederrheinischen und bergischen Kloster- und Stiftsbibliotheken, die auf Grund der Säkularisation 1803 in den folgenden Jahren an die Düsseldorfer Hofbibliothek abzuliefern waren.

Der Leiter der Königlichen Landesbibliothek seit 1818, Theodor Joseph Lacomblet (1789–1866), löste die Manuskripte aus den übereigneten Bibliotheksbeständen der Klöster und Stifte heraus, stellte sie zusammen und ordnete sie nach Fachgruppen; also nicht nach ihrer Herkunft oder etwa chronologisch. Er vergab an jeden Codex eine Signatur, ließ einige Bände reparieren und fertigte schließlich kurze Beschreibungen an, die er in einem handschriftlichen Katalog der Handschriftensammlung (1846–1850) zusammentrug. Dieses älteste – und bis in die Gegenwart noch benutzte – Verzeichnis spiegelt die Unterteilung in sieben Fachgruppen wider, deren erste 17 Handschriftenbände und ein handschriftliches Fragment umfasst.1 Die betreffende Signaturengruppe heißt: A. Teile der Bibel alten und neuen Testaments. Daran schließt sich die Gruppe B. Theologische Schriften… an, fortgesetzt bis G. Geschichte. (Jetzt erweitert, s. Exkurs zu Ms. A 12, S. 50 f.) Lacomblet wendete damit ganz selbstverständlich eine systematische Aufteilung an, die seit weit über tausend Jahren in Bibliotheken und ihren Verzeichnissen und Katalogen üblich war: Am Anfang standen die Bände mit der Heiligen Schrift (dazu oft Kommentare und vielerlei Hilfswerke) und nachfolgend – ihrer Vorrangstellung entsprechend – die Theologie und ihre Schriftsteller, danach alle anderen Fachgebiete.

Die 18 Bibelhandschriften der...

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