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Mittelalterliche Bibelhandschriften am Niederrhein

Gerhard Karpp

Das Buch führt am Beispiel der Düsseldorfer Bibelhandschriften des 9. bis 15. Jahrhunderts, die aus Klöstern und Stiften am Niederrhein stammen, in die handschriftliche Überlieferung der Bibel im Mittelalter ein. Eine Besonderheit dabei ist, dass diese 18 Handschriften zweifach beschrieben werden: im I. Teil allgemeinverständlich für Interessierte und Freunde des alten Buches, versehen mit historischen und handschriftenkundlichen Erläuterungen und einigen Beigaben; im II. Teil als Quellen für Wissenschaftler zahlreicher Fachgebiete und methodisch nach den international anerkannten Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Aufschlussreich ist das Lesen beider Beschreibungen derselben Handschrift, um die Methoden kennenzulernen, die zu den Ergebnissen moderner wissenschaftlicher Handschriftenforschung führen. Das Buch kann auch als eine Art Einführung in die mittelalterliche Handschriftenkunde gelten. Auf Bildmaterial wird verwiesen.
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2. Die handschriftliche Überlieferung: Bibeltext und Beigaben, Entstehung und Geschichte, Buchschmuck und Besonderheiten der Überlieferung und der Textgestaltung

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Nach den Passions- und Osterereignissen um das Jahr 30 bildeten sich die ersten urchristlichen Hausgemeinden in Jerusalem und Umgebung, dann im palästinensisch-syrischen Raum. Sie waren – wie Jesus selbst – aus der jüdischen Synagoge herausgewachsen und besaßen von Anfang an das Alte Testament als Heiliges Buch (so z.B. Mt. 5,17: das Gesetz [Tora] und die Propheten; siehe auch Luk. 4,16–20). Dieses wurde dann auch von den ursprünglich heidnischen Gemeinden in Kleinasien, Mazedonien, Griechenland und in allen anderen Regionen übernommen, die der Apostel Paulus wie seine Mitarbeiter und Schüler auf ihren Missionsreisen seit der Mitte des 1. Jahrhunderts als Christen gewonnen hatten. Allerdings lasen sie das Alte Testament nicht in der hebräischen Ursprache, sondern in der griechischen Übersetzung der im 3. und 2. vorchristlichen Jahrhundert in Ägypten entstandenen sog. Septuaginta, die das frühe Christentum bevorzugte.

Die ältesten neutestamentlichen Schriften sind die Briefe des Paulus an seine heidenchristlichen Gemeinden. Der 1. Brief an die Thessalonicher (heute Thessaloniki) gilt als ältester erhaltener echter Paulusbrief. Ihn schrieb der Apostel auf seiner 2. Missionsreise von Korinth aus im Jahre 50 oder 51 an diese Gemeinde – also schon etwa zwanzig Jahre nach Jesu Kreuzigung und den Osterereignissen.

Etwa seit dem Jahre 70 entstanden bis zur Jahrhundertwende die vier Evangelien, deren drei erste (nach Matthäus, Markus und Lukas) enger zusammengehören und daher als Synoptische (zusammenschauende) Evangelien bezeichnet werden, während das Johannesevangelium als jüngstes in mehrfacher Hinsicht eher für sich steht...

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