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Mittelalterliche Bibelhandschriften am Niederrhein

Gerhard Karpp

Das Buch führt am Beispiel der Düsseldorfer Bibelhandschriften des 9. bis 15. Jahrhunderts, die aus Klöstern und Stiften am Niederrhein stammen, in die handschriftliche Überlieferung der Bibel im Mittelalter ein. Eine Besonderheit dabei ist, dass diese 18 Handschriften zweifach beschrieben werden: im I. Teil allgemeinverständlich für Interessierte und Freunde des alten Buches, versehen mit historischen und handschriftenkundlichen Erläuterungen und einigen Beigaben; im II. Teil als Quellen für Wissenschaftler zahlreicher Fachgebiete und methodisch nach den international anerkannten Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Aufschlussreich ist das Lesen beider Beschreibungen derselben Handschrift, um die Methoden kennenzulernen, die zu den Ergebnissen moderner wissenschaftlicher Handschriftenforschung führen. Das Buch kann auch als eine Art Einführung in die mittelalterliche Handschriftenkunde gelten. Auf Bildmaterial wird verwiesen.
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3. Niederrheinische Klöster und Stifte als Vorbesitzer der Düsseldorfer Bibelhandschriften

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Schon die eingangs angebotene Übersicht (s. Kap.1) konnte zeigen, dass in vielen Fällen ein Kloster oder ein Stift, das zu Anfang des 19. Jahrhunderts Handschriften an die Düsseldorfer Bibliothek abgab, nicht auch der Ort ihrer Entstehung war. Beides mochte natürlich identisch sein – und ist es sonst vielfach auch gewesen. Aber hier sind gerade bei den Bibelhandschriften Entstehungsort und Ort des (letzten) klösterlichen Vorbesitzes fast immer verschieden, und oft liegen beide räumlich sogar weit von einander entfernt. Leider ist nicht selten der Weg einer Handschrift von demjenigen Skriptorium, in dem sie geschrieben wurde, bis zu derjenigen Klosterbibliothek, in der sie zuletzt ihren Platz hatte, dunkel oder nicht vollständig nachzuvollziehen; in solchen Fällen bleiben die Provenienzangaben notgedrungen lückenhaft oder unsicher.

Anlass für die Abgabe der Kloster- und Stiftsbibliotheken nach Düsseldorf (etwa 20 000 Bände, aus denen später die mittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln herausgezogen und separat aufgestellt wurden) war die große Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Aus rechtsrheinischem kirchlichem Besitz wurden die deutschen Fürsten entschädigt für die schließlich im Frieden von Lunéville (9. Febr. 1801) bestimmte Abtretung der von Frankreich eroberten linksrheinischen Gebiete. Gemäß dem Reichsdeputationshauptschluss (25. Febr. 1803), speziell dem Beschluss zur Aufhebung der bergischen Klöster (12. Sept. 1803) sowie auf Anordnung Kurfürst Maximilian Josephs von Bayern waren die Bücher- und Handschriftenschätze der säkularisierten Klöster im Herzogtum Berg an die Hofbibliothek in der Residenzstadt...

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