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Religiöse Früherziehung in Judentum, Islam und Christentum

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Edited By Kathrin Klausing and Erna Zonne

Wie und wo findet religiöse Früherziehung statt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen hier unter den abrahamischen Religionen? Der Band bietet einen Einblick in Theorie und Praxis des breiten und heterogenen Feldes religiöser Früherziehung, vermittelt Hintergrundwissen und Grundlagen, schaut in die Familien, in die Kindertagesstätten und in die Gemeinden und zeigt erstes interreligiöses Lernen auf. Schwerpunkte bilden auf diesem Weg die Anthropologie, die Glaubenserziehung zu Hause, die Unterstützung der Glaubenserziehung in den Glaubensgemeinschaften und in den Kindertagesstätten. Den Herausgeberinnen ist gelungen, was sich auf dem Feld der Interreligiosität als angestrebtes Ziel darstellt, nämlich im Nebeneinander das Miteinander erkennbar und nutzbar zu machen.
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„... wie ein Kind“. Ein narrativ-theologischer Beitrag zum Trialog über Kindheit und Elternschaft aus christlicher Sicht

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Ulrich Kuhnke

Wenn wir heute den Versuch unternehmen, trialogisch die Sichtweisen der drei abrahamischen Religionen auf Kindheit und Elternschaft miteinander ins Gespräch zu bringen, dann ist dies selbst Ausdruck eines Pluralismus, der zum Kennzeichen der Moderne geworden ist. Dieser Pluralismus, in dem sich die Religionen vorfinden und der sie zum Gespräch miteinander herausfordert, ist aber nicht die einzige Folge gesellschaftlicher Differenzierungsprozesse, reichen diese doch bis in die einzelnen Religionen selbst hinein. Für das Christentum lässt sich jedenfalls sagen, dass seine Pluralität es nahezu unmöglich macht, von dem christlichen Kinderbild oder dem christlichen Elternbild zu sprechen.

Die Pluralisierung von Religion als Ergebnis gesellschaftlicher Differenzierungsprozesse zu verstehen, stellt uns zugleich vor eine doppelte Schwierigkeit, da diese nicht nur die Religion, sondern auch Kindheit und Elternschaft betreffen. Kindheit ist als biographische und gesellschaftliche Realität ebenfalls keine einheitliche Größe, sondern gestaltet sich höchst individuell. Selbst wenn wir in Rechnung stellen, dass es in Abhängigkeit von sozialen Milieus und entsprechenden Lebensmustern zu Gemeinsamkeiten kommt, lässt sich für Kinder kein Kulturmuster abgrenzen, das es erlauben würde, von einer „christlichen Kindheit“ zu sprechen, so wie man vielleicht noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts von einer „katholisch geprägten Kindheit“ gesprochen hätte. Auch die Art und Weise, wie sich Eltern verstehen, ist in hohem Maße eine Frage individueller Entscheidung, die nicht selten einen ständigen Aushandlungsprozess der Eltern untereinander und auch der Eltern mit ihren Kindern...

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