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Religiöse Früherziehung in Judentum, Islam und Christentum

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Edited By Kathrin Klausing and Erna Zonne

Wie und wo findet religiöse Früherziehung statt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen hier unter den abrahamischen Religionen? Der Band bietet einen Einblick in Theorie und Praxis des breiten und heterogenen Feldes religiöser Früherziehung, vermittelt Hintergrundwissen und Grundlagen, schaut in die Familien, in die Kindertagesstätten und in die Gemeinden und zeigt erstes interreligiöses Lernen auf. Schwerpunkte bilden auf diesem Weg die Anthropologie, die Glaubenserziehung zu Hause, die Unterstützung der Glaubenserziehung in den Glaubensgemeinschaften und in den Kindertagesstätten. Den Herausgeberinnen ist gelungen, was sich auf dem Feld der Interreligiosität als angestrebtes Ziel darstellt, nämlich im Nebeneinander das Miteinander erkennbar und nutzbar zu machen.
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Geschlechtergerechtigkeit und religiöse Erziehung in muslimischen Gemeinden

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Melahat Kişi

Im Rahmen der primären Religionstradierung1 nehmen Moscheen seit den 1970er Jahren einen zentralen Platz in der religiösen Erziehung muslimischer Kinder und Jugendlicher in Deutschland ein und werden von muslimischen Eltern als zuverlässigste und kompetenteste Institution für religiöse Erziehung genutzt. Die religiöse Erziehung in den Moscheen konzentriert sich neben den unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten auf die Vermittlung islamischer Grundlagen.2

Da Religion und Geschlecht auf vielfache Weise zusammenhängen, ist anzunehmen, dass neben konkreten Inhalten durch die geschlechtsspezifisch geprägten Traditionen, Begriffe, Anschauungen, Symbole und Rituale auch religiös geformte Geschlechternormen vermittelt werden.3 Ziel des vorliegenden Aufsatzes ist der Versuch einer geschlechtertheoretischen Analyse der religiösen Erziehung in Moscheen in Deutschland. Aufgrund fehlender empirischer Forschungen zum Zusammenhang von Geschlechternormen und religiöser Erziehung in Moscheen4 sowie mangelnder Daten zur Religionsunterweisung in den Moscheen allgemein wird ein theoretischer Zugang zum Untersuchungsgegenstand gewählt, sodass die vorhandenen Daten zu Moscheegemeinden in ← 113 | 114 → Deutschland und zur religiösen Erziehung in Moscheen im Hinblick auf eine geschlechtergerechte religiöse Unterweisung analysiert werden.

In Bezug auf die Bestimmung von Geschlecht gibt es in der Geschlechterforschung verschiedene interdisziplinäre Lesarten5, die eine Vielzahl an theoretischen und methodischen Ansätzen umfassen.6 Dem vorliegenden Beitrag wird ein interaktionstheoretisch-soziologischer Zugang zum Geschlecht7 zugrunde gelegt, in dem Geschlecht als soziale Konstruktion8 verstanden wird.9 Demzufolge wird Geschlecht nach Birgit Riegraf

„[…] als durch und durch kulturell und historisch wandelbares Klassifikationssystem betrachtet, als eine sozial und gesellschaftlich folgenreiche...

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