Show Less
Restricted access

Von Freinet zu Freud: Die institutionelle Pädagogik von Fernand Oury

Übersetzt von Renate Kock und Erdmuthe Mouchet unter Mitwirkung von Claude Mouchet

Claude Mouchet and Raymond Bénévent

Das Buch widmet sich Fernand Oury (1920–1998), einem der bedeutendsten französischen Pädagogen des 20. Jahrhunderts, der jedoch in Deutschland so gut wie unbekannt ist. Originell und innovativ, führte er das von Célestin Freinet entwickelte pädagogische Konzept weiter und wendete es in den sogenannten Kasernen-Schulen der Pariser Nachkriegszeit an. Parallel dazu orientierte er sich an Freud, um unbewusste Phänomene in Schulklassen aufzuspüren. Die Autoren stellen die einzelnen Lebensetappen Ourys vor und gehen auch auf seine kämpferischen Auseinandersetzungen mit traditionellen Vorstellungen ein. Ihr Buch stellt die Hauptbegriffe der institutionellen Pädagogik vor und veranschaulicht die von Oury «Institutionen» genannten Neuerungen anhand von Beispielen aus seiner Schulpraxis und Äußerungen.
Show Summary Details
Restricted access

Schlusswort

Extract



Wir sagten in unserer Einführung, dass die institutionelle Pädagogik für Deutschland eine Art unbekannten Landes darstellt. Dies resultiert einerseits aus der Tatsache, dass Oury und seine Anhänger nicht dafür gesorgt hatten, hier ihre Arbeiten bekannt zu machen; es könnte auch sein, dass eine gewisse Unkenntnis der französischen Geschichte der Freinet-Bewegung es erschwerte, zu verstehen, worum es in der institutionellen Pädagogik geht. Wir haben im Laufe unserer Arbeit immer wieder die Dankesschuld unterstrichen, die Fernand Oury Célestin Freinet gegenüber empfand, selbst noch während des Bruchs zwischen den Parisern und dem ICEM, und wir haben an Ourys Rückkehr in die Freinet-Bewegung 1979 erinnert. Auch haben wir Fernand Ourys Beiträge im L’Éducateur, der Zeitschrift des ICEM, analysiert, im Besonderen den umfassenden Artikel, den er 1955 veröffentlichte: „Eine Erfahrung demokratischer Disziplin in einer 3. Klasse mit 40 Schülern“. Er spricht darin ausführlich über die Notwendigkeit, Schüler dazu zu bringen, sich ihrer Regelverstöße bewusst zu werden und die Verantwortung dafür zu übernehmen (wie auch die Schwierigkeiten, dies zu schaffen), über das fiktive Geld. All dies ist in der offiziellen Zeitschrift der Freinet-Bewegung veröffentlicht und vom Grundschullehrer von Saint-Paul gebilligt, welcher dem nichts entgegensetzte. Wir hoffen, dass die hier wiedergegebene Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Menschen, zwischen der Freinet- und der institutionellen Pädagogik die in Deutschland darüber herrschende Informationslücke schließen wird.

Es überrascht, dass ein erkl...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.