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Determinanten einer Ausübung der Fair-value-Option für finanzielle Verbindlichkeiten bei Banken

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Anne Kretzschmar

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) gewähren Wahlrechte, um dem Bilanzierer die Möglichkeit zu geben, ihre Adressaten bestmöglich mit entscheidungsnützlichen Informationen zu versorgen. Wahlrechte können vom Management jedoch auch für eigene Ziele genutzt werden. Die Fair-value-Option erlaubt dem Bilanzierer, im Zugangszeitpunkt einer Verbindlichkeit zwischen einer Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu wählen. Die Autorin untersucht die Ausübung dieses Wahlrechts im Querschnitt und über den Zeitverlauf. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise wird erstmals die Ausübung in Abhängigkeit von der Höhe der eigenen Bonität analysiert, um einschätzen zu können, ob eine Steuerung des Periodenerfolgs in Phasen sinkender eigener Bonität erfolgt.
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4. Bisherige Evidenz

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4.  Bisherige Evidenz

Im Folgenden werden Studienergebnisse aus den für diese Arbeit relevanten Bereichen der empirischen Forschung vorgestellt. Dazu gehören in einem übergeordneten Kontext Studien zur Fair-value-Bewertung in der Finanzmarktkrise. Der Schwerpunkt liegt auf Untersuchungen zur Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert und zur Ausübung der Fair-value-Option.

Die Studien verfolgen das Ziel, auf Grundlage von Hypothesen Determinanten von Bilanzierungsentscheidungen und/oder Wirkungen der Rechnungslegungsinformationen zu analysieren.130 Dazu werden im Wesentlichen die folgenden Methoden herangezogen:

Befragungen und experimentelle Untersuchungen zielen darauf ab, das Entscheidungsverhalten von Adressaten der Rechnungslegung oder deren Verarbeitung von Rechnungslegungsinformationen zu analysieren.132 Laborexperimente ermöglichen die Konstruktion eines Forschungsdesigns, in welchem die interessierende Einflussgröße gezielt manipuliert werden kann.133 In der Regel werden die Experimentteilnehmer in verschiedene Gruppen eingeteilt und mit Informationen versorgt, die für die interessierende Einflussgröße zwischen den Gruppen manipuliert werden. Aus Unterschieden im Entscheidungsverhalten oder bei der Auswertung der Rechnungslegungsinformationen der Gruppen werden Rückschlüsse auf die Wirkung verschiedener konkurrierender Rechnungslegungsinformationen gezogen.134 ← 45 | 46 →

Auf Archivdaten basierende statistische Untersuchungen nutzen Daten aus Geschäftsberichten, Datenbanken und anderen öffentlich zugänglichen Quellen.135 Eine hohe Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang kapitalmarktorientierten Studien zu, in denen der Zusammenhang von Rechnungslegungsinformationen und Kapitalmarktdaten analysiert wird.136 Die im Folgenden dargestellten kapitalmarktorientierten Studien beschäftigen sich überwiegend mit den Fragestellungen der Wertrelevanz sowie der Wirkung von Rechnungslegungsinformationen auf die Informationsasymmetrie.137

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