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Determinanten einer Ausübung der Fair-value-Option für finanzielle Verbindlichkeiten bei Banken

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Anne Kretzschmar

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) gewähren Wahlrechte, um dem Bilanzierer die Möglichkeit zu geben, ihre Adressaten bestmöglich mit entscheidungsnützlichen Informationen zu versorgen. Wahlrechte können vom Management jedoch auch für eigene Ziele genutzt werden. Die Fair-value-Option erlaubt dem Bilanzierer, im Zugangszeitpunkt einer Verbindlichkeit zwischen einer Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu wählen. Die Autorin untersucht die Ausübung dieses Wahlrechts im Querschnitt und über den Zeitverlauf. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise wird erstmals die Ausübung in Abhängigkeit von der Höhe der eigenen Bonität analysiert, um einschätzen zu können, ob eine Steuerung des Periodenerfolgs in Phasen sinkender eigener Bonität erfolgt.
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Das Management eines nach IFRS bilanzierenden Unternehmens hat ein Wahlrecht zur Folgebewertung von finanziellen Verbindlichkeiten. Es darf zur Beseitigung von Ansatz- oder Bewertungsinkongruenzen, zur Vereinheitlichung mit der internen Steuerung und bei Finanzinstrumenten mit eingebetteten Derivaten Finanzinstrumente erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert anstelle fortgeführter Anschaffungskosten bewerten. Die Entscheidung ist bei Zugang der finanziellen Verbindlichkeit unwiderruflich zu treffen. Diese Option kann bilanzpolitisch genutzt werden, wobei ein besonderer Anreiz darin bestehen könnte, dass Verschlechterungen der eigenen Unternehmensbonität zu sinkenden beizulegenden Zeitwerten und erfolgswirksamen Erträgen führen und insofern die Finanzlage des Unternehmens verfälscht darstellen. Ob und wie dieser Anreiz genutzt wird, ist empirisch weitgehend unbekannt. Auf diese Frage eine abgesicherte Antwort zu finden, ist methodisch auch keineswegs einfach. Genau das ist jedoch das Problem der vorliegenden Arbeit.

Frau Dr. Kretzschmar zeigt die Notwendigkeit eines zweistufigen Vorgehens: Zuerst ist die Ausübungsentscheidung zu modellieren, um zu verstehen, welche Banken die Option ausüben. Anschließend ist der Einfluss der eigenen Bonität auf die Ausübungsentscheidung zu untersuchen. Die Ergebnisse auf Basis von 122 Banken zeigen im ersten Schritt, dass die Fair-value-Option zur Vermeidung von Bewertungsinkongruenzen ausgeübt und dass sie komplementär zum Hedge Accounting verwendet zu werden scheint. Die Hypothese, wonach die Wahrscheinlichkeit der Ausübung mit der Abnahme des regulatorischen Eigenkapitals steigt, ist aber nur auf dem 10%-Niveau nicht zu verwerfen. Durch die anschließende Sensitivitätsanalyse werden sämtliche Resultate grundsätzlich nicht erschüttert. Der zweite Schritt untersucht den Einfluss...

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