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Franz Brentano-Carl Stumpf: Briefwechsel 1867–1917

Unter Mitarbeit von Thomas Binder

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Edited By Margret Kaiser-El-Safti

Mit diesem Band liegt erstmals seit fast hundert Jahren eine Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Franz Brentano und Carl Stumpf vor. Die beiden Philosophen gelten als Wegbereiter der international und interdisziplinär konzipierten phänomenologischen Bewegung, die Stumpfs Beitrag infolge seines stark musikpsychologisch relevanten Ansatzes bislang nicht angemessen rezipierte. In einer Zeit radikaler Paradigmenwechsel in der Wissenschaftsentwicklung vermitteln die Briefe Wendepunkte in der zunächst gemeinsam, später kontrovers vertretenen Idee von einer neuen wissenschaftlichen Philosophie, die heute noch aufschlussreich sind für das Verhältnis von Philosophie und Psychologie. Die Briefe lassen aber auch die persönlichen, zum Teil dramatischen Hintergründe dieses wohl einmaligen Freundschaftsverhältnisses erkennen.
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1877 (Dok. 122–127)

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DOK. 122

Stumpf an Brentano

3. März 1877 Würzburg

Verehrter Lehrer und Freund!

Nach einer langen Unterbrechung schreibe ich Ihnen, und auch jetzt zunächst nicht in eigener Sache. Das Semester ist diesmal nicht so ruhig, wie ichs gehofft, verflossen. Zuerst viel unvermeidliche Geselligkeit, dann die Krankheit meines Vaters, die mich seit Weihnachten die Feiertage öfters zu den Meinen trieb und der Tod meines Onkels, der im Herbst aus Aschaffenburg hierher gezogen war und ganz plötzlich vor 3 Wochen starb, in dessen Familie ich 14 Tage die Abende zubringen musste, teils zur Beruhigung der Hinterbliebenen, teils zur Ordnung ihrer Angelegenheiten, da keine männliche Stütze in der Familie vorhanden war.

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