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Interferenzfehler deutschlernender Aserbaidschaner

Morpho-syntaktische und lexiko-semantische Interferenzfehler beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb

Pari Isakova

Bis Anfang der 1990er Jahre war die Erforschung des Deutscherwerbs der Aserbaidschaner aus politisch-historischen Gründen ausschließlich aus der Perspektive des Deutschen als Fremdsprache möglich. Mit der Wende und der Migration der ehemaligen Sowjetbürger, darunter auch Aserbaidschaner, in die BRD bekam Deutsch für die aserbaidschanischen Einwanderer auch den Status des Deutschen als Zweitsprache. Die aus einem theoretischen und einem empirischen Teil bestehende Arbeit erforscht den Einfluss des Aserbaidschanischen als Muttersprache auf den Erwerb des Deutschen sowohl als Fremd- als auch Zweitsprache. Unter anderem geht sie der Frage nach, ob sich die Interferenzfehler der aserbaidschanischen Deutschlernenden beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb voneinander sowohl qualitativ als auch quantitativ unterscheiden.
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4. Überblick über die Geschichte der Interferenzforschung und zentrale Hypothesen zur Interferenz

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Der Begriff Interferenz ist ein physikalisches Phänomen und dient in der Wellenlehre als Bezeichnung für „die Gesamtheit der Erscheinungen, welche durch die Überlagerung zweier am gleichen Ort zusammentreffender Wellenzüge […] hervorgerufen werden“ (Westphal 1952, 592). Dabei wird zwischen Interferenz von Wellenzügen gleicher Frequenz und die Interferenz von Wellenzügen verschiedener Frequenz unterschieden. So stellt sich die Interferenz als eine störende bzw. negative Erscheinung heraus. In der Lernpsychologie und Gedächtnisforschung, später auch in der Sprachlehrforschung, wird dieser Begriff als „Hemmung“ und „störende Überlagerung“ (Tresch 1978, 233) verstanden.

Die Interferenz ist also ein Verstoß bzw. eine Normverletzung. Bekanntlich hat jede Sprache samt ihren Varianten Normen, die den Sprachgebrauch regeln. Diese Normen werden beim Muttersprachenerwerb (MSE) meistens unbewusst durch die bzw. während der kommunikativen Interaktion mit der Umwelt erworben. Beim Fremdsprachenerwerb (FSE) kommt es zu Normverstößen, weil der Lerner:

a) bereits Normen (seiner MS) internalisiert hat,

b) weil diese Normen den Erwerb weiterer Normen beeinflussen und

c) weil die Lernbedingungen beim Muttersprachen- und Fremdsprachenerwerb unterschiedlich sind.

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