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Interferenzfehler deutschlernender Aserbaidschaner

Morpho-syntaktische und lexiko-semantische Interferenzfehler beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb

Pari Isakova

Bis Anfang der 1990er Jahre war die Erforschung des Deutscherwerbs der Aserbaidschaner aus politisch-historischen Gründen ausschließlich aus der Perspektive des Deutschen als Fremdsprache möglich. Mit der Wende und der Migration der ehemaligen Sowjetbürger, darunter auch Aserbaidschaner, in die BRD bekam Deutsch für die aserbaidschanischen Einwanderer auch den Status des Deutschen als Zweitsprache. Die aus einem theoretischen und einem empirischen Teil bestehende Arbeit erforscht den Einfluss des Aserbaidschanischen als Muttersprache auf den Erwerb des Deutschen sowohl als Fremd- als auch Zweitsprache. Unter anderem geht sie der Frage nach, ob sich die Interferenzfehler der aserbaidschanischen Deutschlernenden beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb voneinander sowohl qualitativ als auch quantitativ unterscheiden.
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5. Gesteuerter und ungesteuerter Fremdsprachenerwerb

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Als Zweit- bzw. Fremdsprachenerwerb wird der Erwerb einer weiteren Sprache neben der Muttersprache bezeichnet. Abhängig von den Lernbedingungen bzw. dem Lernkontext unterscheidet man weiterhin zwischen dem gesteuerten und ungesteuerten Fremd- bzw. Zweitsprachenerwerb.

Der ungesteuerte Fremd- bzw. Zweitspracherwerb findet bei alltäglichen sozialen Kontakten in informellen Situationen und in natürlicher Umgebung statt und erfolgt zum größten Teil unbewusst:

„Wird eine fremde Sprache ohne formale Unterweisung erworben, sprechen wir von einer ungesteuerten (bzw. selbstgesteuerten) […] Aneignung. Eine Zweitsprache hat in der Gesellschaft, in der der Lerner lebt, eine zentrale Funktion. Sie ist zur kommunikativen Bewältigung von Alltagssituationen in dieser Gesellschaft unerlässlich.“ (Apeltauer 2001, 16)

Laut Klein verläuft der ungesteuerte Zweitsprachenerwerb „in alltäglicher Kommunikation“, in der keine „systematischen intentionalen Versuche“ (Klein 1992, 28) unternommen werden, diesen Erwerbsprozess zu steuern. Der gesteuerte Spracherwerb erfolgt hingegen bewusst und von einer Lehrperson im Unterricht gesteuert.

Oft werden die Begriffe „Fremdsprache“ und „lernen“ für den gesteuerten und „Zweitsprache“ und „erwerben“ für den ungesteuerten Erwerb einer zweiten Sprache verwendet.

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