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«Weiße Bruderschaft» und «Delphische Idee»

Esoterische Religiosität in Bulgarien und Griechenland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

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Thomas Heinzel

Diese religionswissenschaftliche Studie untersucht in vergleichender Perspektive zwei Manifestationen der sogenannten Esoterik in Südosteuropa: die religiöse Bewegung Weiße Bruderschaft des Bulgaren Petăr Dănov (1864-1944) und das utopische Erlösungsprojekt Delphische Idee des Griechen Angelos Sikelianos (1884-1951). Der Verfasser analysiert zum einen, auf welche Weise die beiden Protagonisten soziale Anerkennung für ihre religiösen Wahrheitsansprüche zu gewinnen und eine Anhängerschaft zu mobilisieren versuchen. Zum anderen beleuchtet er das gegenseitige Verhältnis von esoterischer Religiosität und offizieller Kirche im regionalen und historischen Kontext des orthodoxen Südosteuropa. Eine weitere Betrachtung gilt den rituellen und inszenatorischen Aspekten von Weißer Bruderschaft und Delphischer Idee.
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Vorwort

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Die Anfänge meiner Beschäftigung mit esoterischer Religiosität in Südosteuropa liegen im Jahr 2007, als ich auf der Suche nach einem Thema für meine Masterarbeit in einem wissenschaftlichen Bulgarien-Handbuch auf den Begriff Weiße Bruderschaft stieß. Die darauffolgenden Recherchen vermittelten mir nicht nur Kenntnisse über eine in Deutschland so gut wie unbekannte religiöse Bewegung, sondern richteten meine Aufmerksamkeit zum ersten Mal auf das Forschungsfeld der sogenannten Esoterik. Die eher randständige Position dieses Arbeitsgebietes innerhalb der deutschsprachigen Religionswissenschaft und die äußerst überschaubare Anzahl von empirischen kultur- und sozialwissenschaftlichen Arbeiten zur Weißen Bruderschaft bzw. zu esoterischer Religiosität im Balkanraum motivierten mich dazu, mich dieses Themas auch in meiner Dissertation anzunehmen und so einen entsprechenden wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Neben eine im Vergleich zu meiner Masterarbeit deutlich vertiefte und erweiterte Beschäftigung mit der bulgarischen Bewegung sollte dabei die Untersuchung einer weiteren südosteuropäischen Manifestation esoterischer Religiosität treten: der Delphischen Idee des griechischen Literaten Angelos Sikelianos, deren spezifischer religiöser Gehalt ebenfalls noch kaum in ausreichendem Maße Gegenstand wissenschaftlicher Analysen geworden ist. In einer vergleichenden Untersuchung sollten diese beiden Phänomene – so die Zielstellung des Projekts – in einem gemeinsamen historischen Kontext verortet und das gesellschaftliche Handeln der jeweiligen Akteure in einer Zusammenschau beleuchtet werden, um auf diese Weise länderübergreifende religions-, ideen- und sozialgeschichtliche Zusammenhänge herauszuarbeiten. Das Graduiertenkolleg 1412 der DFG, das sich der interdisziplinären Erforschung Südosteuropas widmet, bildete mit seinen fruchtbaren wissenschaftlichen Austauschmöglichkeiten...

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