Show Less
Restricted access

Die Beendigung von finnischen und deutschen Telefonaten

Eine interaktionslinguistische, kontrastierende Untersuchung

Series:

Mia Raitaniemi

In finnischen und deutschen Alltagsgesprächen liegen sowohl gemeinsame als auch divergierende Konventionen vor. Die Autorin geht den Konventionen nach, indem sie Beendigungsphasen von Telefonaten interaktionslinguistisch untersucht. Die Analyse umfasst auch das Kontrastieren der finnischen und deutschen Daten. Als zentrales methodisches Werkzeug wird ein Modell der Sequenzstrukturen eingeführt. Die Arbeit beschreibt die Struktur von Alltagsgesprächen so, dass sich unterschiedliche Ebenen des Gesprächs in die sprachkontrastive Analyse einschließen lassen: der Turn, die Sequenz und die Prosodie. Sie stellt sprachenspezifische Interaktionskonventionen im Detail vor und untersucht, was geschehen muss, bevor man schließlich moi oder tschüss sagen kann.
Show Summary Details
Restricted access

4. Organisationsmuster der Beendigungsphase

Extract

Der Gegenstand des Kapitels 4 ist die sprachliche Form von in erster Linie telefonischen Beendigungsphasen. Als Erstes wird unter 4.1. die sequenzielle Organisation der Gesprächsbeendigungen, so wie sie in der gesprächsanalytischen Sekundärliteratur aufgefasst wird, vorgestellt. In den folgenden Abschnitten werden die prosodische Organisation von Gesprächsbeendigungen (4.2.) und die Formelhaftigkeit in den Äußerungen der Beendigung (4.3.) beleuchtet.

Keine Beschreibung der Beendigung lässt die Untersuchung von Schegloff und Sacks (1973) unbeachtet. Es herrscht Einigkeit über die grundlegende Relevanz der Erkenntnis, dass es ein Minimalschema für die Beendigungsphase des Gesprächs gibt, das aus zwei Sequenzen besteht: Aus dem Angebot der Gesprächsbeendigung und dessen Akzeptanz sowie aus der danach folgenden Sequenz der Schlussgrüße.

Schegloff und Sacks beschreiben die notwendigsten interaktionalen Schritte für den Abschluss eines Gesprächs. Sie zeigen, dass Schlussgrüße allein nicht ausreichen, um das Gespräch zu beenden. Darüber hinaus muss zuvor ein Einverständnis über die Bereitschaft der Partner erreicht worden sein, das Gespräch beenden zu können und zu wollen. Diese Absicherung geschieht durch eine Angebotssequenz. Das Minimalschema, ein sog. archetype closing40, besteht nach Schegloff und Sacks aus dieser Angebotssequenz und aus den Schlussgrüßen. Diese „minimalen Bestandteile“ werden an zwei Beispielen aus meiner Datensammlung veranschaulicht (siehe die durch Pfeile markierten Zeilen).

Bsp. 4.1: Gespräch Dt 2

← 73 | 74 → In der Zeile 168 schließt Anja (A) ihren Bericht ab und danach folgen Beendigungsangebote in den Zeilen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.