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Die Beendigung von finnischen und deutschen Telefonaten

Eine interaktionslinguistische, kontrastierende Untersuchung

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Mia Raitaniemi

In finnischen und deutschen Alltagsgesprächen liegen sowohl gemeinsame als auch divergierende Konventionen vor. Die Autorin geht den Konventionen nach, indem sie Beendigungsphasen von Telefonaten interaktionslinguistisch untersucht. Die Analyse umfasst auch das Kontrastieren der finnischen und deutschen Daten. Als zentrales methodisches Werkzeug wird ein Modell der Sequenzstrukturen eingeführt. Die Arbeit beschreibt die Struktur von Alltagsgesprächen so, dass sich unterschiedliche Ebenen des Gesprächs in die sprachkontrastive Analyse einschließen lassen: der Turn, die Sequenz und die Prosodie. Sie stellt sprachenspezifische Interaktionskonventionen im Detail vor und untersucht, was geschehen muss, bevor man schließlich moi oder tschüss sagen kann.
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8. Die Telefonate mit suspendierter Beendigungsphase

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Dass eine initiierte Beendigungsphase suspendiert wird, ist nicht außergewöhnlich, sondern ganz normal. Die Gesprächsthemen münden manchmal in sequenzielle Übergangsstellen, in denen die Beendigungsabsicht hervorgerufen wird, auch wenn weitere Gesprächsthemen noch auftauchen können. Die Telefonate, die hier erörtert werden, verlaufen nach diesem Prinzip.

Dieses Kapitel erläutert die sequenzielle Struktur der suspendierten Beendigungsphasen. Die Analyse umfasst die erste Beendigungsinitiative, die Sequenz, die die Beendigung suspendiert, sowie die Rückkehr in die Gesprächsbeendigung. Dabei wird gezeigt, was nach der suspendierten Beendigungssequenz passiert, ob z. B. noch mehrere Gesprächsthemen behandelt werden. Die Analyse zeigt auch, ob die schließlich realisierte Beendigungsphase kompakt oder komplex verläuft; allerdings beeinflusst dieser Punkt die Disposition dieses Kapitels nicht.

Unter den finnischen Daten sind verhältnismäßig viele suspendierte Beendigungen zu finden. Insgesamt fünf (Fi 9, Fi 10, Fi 11, Fi 12, Fi 13) von den 13 untersuchten Beendigungen fallen unter diese Kategorie.

Wie in den vorangehenden Kapiteln ist der Inhalt der zu beobachtenden Sequenz ein zentrales Kriterium. So stellt sich heraus, dass die Sequenzen, die die Beendigung in den untersuchten finnischen Daten suspendieren, in zwei Inhaltsklassen einzuordnen sind. Diese Sequenz enthält entweder Aspekte der Vereinbarung oder neue Gesprächsthemen. Dass die Beendigung durch Aspekte der Vereinbarung suspendiert wird, hat viele Gemeinsamkeiten mit den komplexen Beendigungen, in denen die Vereinbarung durch neue Punkte ergänzt wird. Deshalb werden die durch Vereinbarungen verschobenen Beendigungen (Fi 10, Fi 9) als Erstes betrachtet...

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