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Das Spannungsverhältnis von Informations- und Geheimhaltungspflichten des Vorstands einer börsennotierten Aktiengesellschaft als Zielgesellschaft eines Unternehmenskaufs

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Kai Kerger

Die Offenbarung von Unternehmensinterna im Vorfeld eines Unternehmenskaufs ist üblich und im Interesse eines funktionierenden Marktes für erfolgreiche Unternehmenskäufe erforderlich. Im Ergebnis ist die Weitergabe von Gesellschaftsgeheimnissen und Insiderinformationen sowohl gesellschafts- als auch kapitalmarktrechtlich unter gewissen Voraussetzungen berechtigt und befugt. Diese Arbeit befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von Informations- und Geheimhaltungspflichten des Vorstands einer börsennotierten Aktiengesellschaft als Zielgesellschaft eines außerbörslichen Unternehmenskaufs in Form des Erwerbs einer Mehrheitsbeteiligung. Sie untersucht die Voraussetzungen, unter denen die Informationsweitergabe, insbesondere im Rahmen einer kaufvorbereitenden Due Diligence Prüfung, zulässig ist.
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Teil 2: Rechtliche und tatsächliche Rahmenbedingungen einer Informationsweitergabe beim Unternehmenskauf als Orientierungshilfe für die Bestimmung des Verhaltensstandards des Vorstands bei der Informationsweitergabe – Effektive Sicherungsmöglichkeiten

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Für die Beurteilung der Berechtigung des Vorstands der Zielgesellschaft zur Offenbarung von sensiblen Unternehmensinterna gegenüber dem Erwerbsinteressenten und/oder veräußerungswilligen Mehrheitsgesellschafter ist eine genaue Kenntnis der rechtlichen und tatsächlichen Rahmenbedingungen einer Informationsweitergabe erforderlich. Nur so können die Möglichkeiten des Vorstands zur Gestaltung einer Informationsweitergabe deutlich werden und bei der Beurteilung der Befugnis des Vorstands zur Informationsweitergabe angemessen Berücksichtigung finden. Zudem können nur so die Anforderungen definiert werden, die bei der Offenbarung von Unternehmensinterna an den Vorstand zu stellen sind, nämlich unter welchen Voraussetzungen Informationen an den gesellschaftsfremden Erwerbsinteressenten oder aber veräußerungswilligen Mehrheitsgesellschafter ausnahmsweise herausgegeben werden dürfen. Zur Bestimmung eines Rahmens der zulässigen/berechtigten Informationsweitergabe ist daher eine genauere Betrachtung des Verfahrens der kaufvorbereitenden Due Diligence Prüfung erforderlich, welche dem Vorstand diverse Möglichkeiten eröffnet, das Risiko einer unberechtigten Informationsweitergabe an außenstehende Dritte so gering wie möglich zu halten. Nur mit Verständnis für die rechtlichen und in der Wirklichkeit des Unternehmenskaufs vorherrschenden tatsächlichen Rahmenbedingungen einer Informationsweitergabe ist es möglich, eine den Erfordernissen der Praxis interessengerechte und vertretbare rechtliche Beurteilung der Berechtigung des Vorstands zur Offenbarung von Unternehmensinterna zu erzielen, ohne sich in einer den Bedürfnissen der Praxis widersprechenden und rein theoretischen Auseinandersetzung zu verlieren.

Um das Spannungsverhältnis von Informations- und Geheimhaltungspflichten des Vorstands der Zielgesellschaft eines Unternehmenskaufs angemessen darstellen und problematisieren zu können, ist eine genaue Kenntnis des kaufvorbereitenden Due Diligence Verfahrens, in dem es am...

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