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Ausbildungsabbruch und Biographie

Über Prozesse, Mechanismen und Wechselwirkungen in Lebensverläufen von Personen mit vorzeitiger Vertragslösung in der Berufsausbildung

Sebastian Klaus

Die vorzeitige Vertragslösung in außerakademischen Berufsausbildungen (Ausbildungsabbruch) ist seit Jahrzehnten ein regulärer Bestandteil des öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurses. Diese Untersuchung beleuchtet das Phänomen erstmals aus biographieanalytischer Perspektive und löst sich vom Fokus auf Gründe, Motive und Quoten. Das Ergebnis ist ein Prozessmodell eines typischen Verlaufs von der Kindheit bis hin zur biographischen und beruflichen Neuorientierung nach dem Ereignis. Das Prozessmodell zeigt nicht nur, dass die Entwicklungsgeschichte der Personen keineswegs so individuell ist, wie bislang angenommen wird. Es liefert ebenso Erklärungsmuster zu den Ursachen sowie Auswirkungen einer vorzeitigen Vertragslösung und eröffnet neue Ansatzpunkte zur Prävention beziehungsweise Kompensation.
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2.3 Zum Forschungsfeld

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Magdeburg besitzt als Stadt und Region eine lange Geschichte mit stetig sich transformierenden und modifizierenden Traditionen. Sie galt lange Zeit als Metropole und Zentrum Mitteldeutschlands, konstituiert durch den frühen Knotenpunkt des Land- und Wasserhandels, mit Höhen und Tiefen, gekennzeichnet durch Zerstörung und Wiederaufbau. Die Börde, als Region mit besonders ertragreichen Böden, stellte sich dabei immer als Basis des Reichtums der Stadtbewohner und Rückhalt der Versorgung heraus. Derzeit befindet sich die Stadt und Region in einem erneuten Aufstreben nach Bedeutung. Nicht zuletzt der Versuch der Etablierung des Standortvorteils in der Mitte Deutschlands mit Anbindungen an Wasser- und Landhandel könnte wiederholt zu einem Aufstieg beitragen. Dennoch kann sich Magdeburg nicht mehr mit Städten wie Konstantinopel vergleichen, wie es einst zu Zeiten Otto I. getan wurde.

Die Entwicklungsgeschichte determiniert die momentane Lage der Stadt und der Bevölkerung in doppelter Weise. Einerseits ist Magdeburg beeinflusst durch seine frühe Handels- und Industriegeschichte. Die Berufung auf Traditionen bedingt geradezu das Anstreben, über die Anbindung an Land- und Wasserwege, wieder zu einem Zentrum zu werden. Auch mit den industriellen Entwicklungen, vom Manufakturwesen, über die frühen Großbetriebe bis zum Zentrum des Schwermaschinenbaus der DDR sind Grundlagen vorhanden, die auch heute noch präsent sind und genutzt werden können. Sie beeinflussen die Entwicklungspotentiale auf dem heutigen Arbeits- und Ausbildungsmarkt, da errungene Strukturen nach wie vor vorhanden sind. So konnten durch den frühen Industriestandort und - im Kontext Gesamtdeutschlands vorzeitiger Proletarisierung -...

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