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Masseverwaltung nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens am Beispiel der Nachtragsverteilung

Eine kritische Untersuchung

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Ines Meyer

Das Werk beschäftigt sich mit rechtlichen Problemkreisen der Nachtragsverteilung nach den §§ 203 ff. InsO unter Berücksichtigung älterer und neuerer Rechtsprechung. Dabei werden nicht nur das Regelinsolvenzverfahren, sondern auch die Eigenverwaltung, das Restschuldbefreiungsverfahren und das Insolvenzplanverfahren in den Blick genommen. Die Untersuchung reicht von der Verfahrenseinleitung über die tatbestandlichen Voraussetzungen der Nachtragsverteilung bis zu dessen Vollzug sowie der Vergütung des Nachtragsverwalters und der Konkurrenz zu einem neuen Insolvenzverfahren.
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Teil 8. Nachtragsverteilung bei Verfahrenseinstellung

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Teil 8.  Nachtragsverteilung bei Verfahrenseinstellung

Die Notwendigkeit einer späteren Nachtragsverteilung kann sich in der Praxis nicht nur nach Durchführung der Schlussverteilung und Aufhebung ergeben, sondern auch in den Fällen der §§ 207 ff. InsO; mithin nach einer vorherigen Verfahrenseinstellung. Insbesondere in Fällen einer Verfahrenseinstellung wegen Massearmut im weiteren Sinne kommt es häufig vor, dass nach der Einstellung Gegenstände an die Masse zurückfließen oder nachträglich ermittelt werden852. Im Folgenden geht es mithin um die Frage, ob solche Vermögenswerte ebenfalls im Rahmen einer späteren Nachtragsverteilung nachträglich verteilt werden können.

A. Nachtragsverteilung bei Einstellung gem. §§ 212, 213 InsO?

Die Insolvenzordnung ordnet mit den §§ 212, 213 InsO besondere Einstellungsgründe im Falle eines Massereichtums bzw. im Falle einer Zustimmung aller Gläubiger an. Nur teilweise findet man in der Kommentarliteratur in diesem Zusammenhang den Hinweis, dass eine Nachtragsverteilung in beiden Fällen von vornherein ausscheide.853 Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen.

In den Fällen des § 213 InsO erfolgt eine Einstellung bei Zustimmung aller Gläubiger.854 Es würde hier doch in der Tat merkwürdig anmuten, wenn die Gläubiger zwar ihre Zustimmung zu einer Einstellung des Verfahrens erteilen, sie aber im Nachhinein die Durchführung einer Nachtragsverteilung beantragen könnten. Stimmen alle Gläubiger einer Verfahrenseinstellung zu, dann ist der Zweck des Insolvenzverfahrens – die gleichmäßige Gläubigerbefriedigung zu gewähren – anderweitig erreicht855 und muss/darf auch nicht im Wege der Nachtragsverteilung neu aufgerollt...

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