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Versuch über Kundry

Facetten einer Figur

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Chikako Kitagawa

Thema des Buches ist Kundry, die weibliche Hauptfigur in Richard Wagners Spätwerk Parsifal (1882) und eine singuläre Gestalt der Operngeschichte. Als Grenzgängerin und in sich Zerrissene findet sie – zwischen Schrei, Lachen und Verstummen – zu verstörend neuen Artikulationsformen an den Rändern des Sagbaren. Ziel der Autorin ist es, das Vielgestaltige, stets wieder Beunruhigende der Kundry-Figur aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, ihre Vorbilder zu erhellen, die in mythische Fernen zurückweisen, sowie ihre Fortschreibungen in der verschlungenen Rezeptions- und Inszenierungsgeschichte des Werkes zu erkunden. Dank der ihr innewohnenden Dynamik wird Kundry zum geistesgeschichtlichen Paradigma: zu einer Schlüssel- und Schwellenfigur zwischen Romantik und anbrechender Moderne.
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Vorwort

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Im Jahr 2005, während meines ersten Bayreuther Festspielsommers, hinterließ mir die Parsifal-Inszenierung Christoph Schlingensiefs einen unauslöschlichen Eindruck. Was diese Bayreuther Aufführung, die ich miterleben durfte, an Intensität und überwältigender Bilderfülle entfaltete, war jenseits all dessen, was ich zuvor an Wagner-Inszenierungen gekannt hatte. Insbesondere Kundry – Grenzgängerin zwischen verschiedenen Welten – irritierte und berührte mich gleichermaßen; stets wieder radikal unterschiedliche Gestalten annehmend, stellte sie sich in jähen Umschwüngen dar. Dieses Theatererlebnis gab mir den entscheidenden Impuls, mich mit Richard Wagners Parsifal und vor allem mit der Figur Kundrys eingehend zu befassen.

Konkrete Formen im Sinne eines Dissertationsprojektes nahm mein Versuch über Kundry an, als ich durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die Gelegenheit erhielt, von 2009 bis 2013 ein Promotionsstudium an der Freien Universität Berlin in den Fächern Theater- und Musikwissenschaft durchzuführen. Die vorliegende Arbeit, die das Ergebnis dieser Studien bildet, wurde im Dezember 2013 vom Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften der Freien Universität als Dissertation angenommen.

Den vorausliegenden Arbeitsprozeß haben zahlreiche Menschen hilfreich begleitet. An erster Stelle danke ich den beiden Betreuern meines Projektes, Herrn Professor Dr. Clemens Risi und Herrn Professor Dr. Jürgen Maehder, für ihre mir in jeder Hinsicht gewährte Unterstützung. Ihre vielfältigen Hinweise und Anregungen sowie ihre stets produktive Kritik haben mein interdisziplinär ausgerichtetes Forschungsvorhaben wesentlich befördert.

Mein Dank gilt ebenso dem DAAD, der mir – über die mehrjährige finanzielle...

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