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Kirche: Gegenwart Christi in der Welt

Eine Untersuchung von Dietrich Bonhoeffers Werk "Sanctorum Communio</I> in seiner Bedeutung für die Kirche in China

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Ruomin Liu

«Die Studie bietet im Kern eine Untersuchung zu Dietrich Bonhoeffers Doktor-arbeit Sanctorum Communio. Eine dogmatische Untersuchung zur Soziologie der Kirche. Sie konzentriert sich dabei zunächst auf die sozialphilosophischen und soziologischen Ansätze zur Analyse der Kirche sowie auf die Lehre von der Stellvertretung und deren christologische Begründung. Außerdem geht der Autor auf die soteriologische Erneuerung der Menschheit in Christus und die Gestalt der Kirche als Gemeinschaft von Gott und Mensch und schließlich auf die «äußeren und inneren» Funktionen der Kirche ein. In all dem will die Arbeit aber vor allem «die Bedeutung der Ekklesiologie Bonhoeffers im Kontext der protestantischen Kirche in China» erhellen.»
Prof. Dr. Dr. Dres. h.c. Michael Welker (Universität Heidelberg)
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4. Das stellvertretende Handeln Christi als Begründung der Kirche: „Christus als Gemeinde existierend“

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In Kapitel 3 konnte gezeigt werden, dass Bonhoeffer durch die Einbeziehung des Personbegriffs und des Ich-Du-Verhältnisses die wichtigsten theoretischen Voraussetzungen seiner Ekklesiologie gewinnt. Das Ergebnis dieser theoretischen Überlegungen kann auch als Bonhoeffers Begegnungstheologie bezeichnet werden. Er geht hier maßgeblich um die Begegnung zwischen Mensch und Mensch, die wiederum die Begegnung des Menschen mit Gott zur Bedingung hat. (vgl. DB, 113) In den Kontext dieser Überlegungen sind auch die für Bonhoeffers Ekklesiologie so wichtigen Begriffe „Verantwortung“ und „Stellvertretung“ einzuordnen, die ebenfalls bereits im letzten Kapitel behandelt wurden.

Zentrale philosophisch-theologische Voraussetzung dieser Begegnungstheologie aber ist die Person Christi, aus dessen Stellvertretung Bonhoeffer sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinschaft ethische Konsequenzen zieht. Als einer Gemeinschaft christlicher Personen ist in der Kirche das Leben Christi weiterhin gegenwärtig Tautologie. (vgl. DBW 1, 90ff) Aus diesem Grund spielt für Bonhoeffer die Christologie eine zentrale Rolle hinsichtlich der Fragestellung der Ekklesiologie. Er urteilt sogar: „Christus hat nicht die Kirche ermöglicht, sondern für die Ewigkeit realisiert.“ (DBW 1, 100)

Honecker äußert sich zu diesem deutlich christologischen Bezug der wichtigen theologischen Begriffe Bonhoeffers folgendermaßen: „Der formale Personbegriff der Ich-Du-Philosophie ist bei ihm von vornherein konkret christologisch gefüllt. Der Personalismus ist nur die formale Kategorie für das ekklesiologische Denken Bonhoeffers, nicht dessen Gestaltungsprinzip.“215 ← 113 | 114 → Der interdisziplinäre Charakter des Vorgehens Bonhoeffers wurde bereits deutlich. Bonhoeffer bleibt jedoch nicht bei der Übernahme verschiedener philosophischer Begriffe stehen. Vielmehr kommt es...

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