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Kirche: Gegenwart Christi in der Welt

Eine Untersuchung von Dietrich Bonhoeffers Werk "Sanctorum Communio</I> in seiner Bedeutung für die Kirche in China

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Ruomin Liu

«Die Studie bietet im Kern eine Untersuchung zu Dietrich Bonhoeffers Doktor-arbeit Sanctorum Communio. Eine dogmatische Untersuchung zur Soziologie der Kirche. Sie konzentriert sich dabei zunächst auf die sozialphilosophischen und soziologischen Ansätze zur Analyse der Kirche sowie auf die Lehre von der Stellvertretung und deren christologische Begründung. Außerdem geht der Autor auf die soteriologische Erneuerung der Menschheit in Christus und die Gestalt der Kirche als Gemeinschaft von Gott und Mensch und schließlich auf die «äußeren und inneren» Funktionen der Kirche ein. In all dem will die Arbeit aber vor allem «die Bedeutung der Ekklesiologie Bonhoeffers im Kontext der protestantischen Kirche in China» erhellen.»
Prof. Dr. Dr. Dres. h.c. Michael Welker (Universität Heidelberg)
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5. Die neue Menschheit und ihre Stellvertretung für die Welt

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In seiner Dissertation wendet Bonhoeffer die grundlegend herausgearbeiteten Überlegungen zur Soziologie und Sozialphilosophie in einem zweiten Schritt auf die Kirche an. Kirche äußert sich nach Bonhoeffer in zwei Entitäten: einer „Naturform“ und einer „Geistform“. (DBW 1, 68) In ihrer Naturform manifestiert sich die Kirche als eine sichtbare empirische soziale Gemeinschaft; die Geistform der Kirche zeigt sich dagegen in einer Form, die über das Sein der empirischen Kirche hinausgeht: Sie ist gekennzeichnet als Ort der „Gegenwart Christi“. (DBW 1, 87) Auch die gegenwärtige Kirche liegt demnach sowohl in Geist- als auch in Naturform vor. (vgl. DBW 1, 68) Diese beiden Formen aber sind keine Gegensätze, sondern gehören im Sein der Kirche untrennbar zusammen: „Die Geistform, d.h. eben diese Liebesgemeinschaft und die Naturform, d.h. die empirische Gemeinschaft [sind] ineinander ruhend geschaffen.“ (DBW 1, 67f)

In diesem Zusammenhang werden anthropologische Überlegungen Bonhoeffers relevant. Die für Bonhoeffer so wichtige Gemeinschaft, die sich in der Kirche manifestiert, lässt sich durch anthropologische Begriffe näher beschreiben. Soziologische und theologische Reflexionen hinsichtlich des Menschen innerhalb dieser Gemeinschaft wurden vor allem in den Ausführungen zur Begegnungstheologie Bonhoeffers diskutiert. Um nun das Wesen der neuen Menschheit und deren „gesetzte neue soziale Grundbeziehungen“ (DBW 1, 69) aufdecken zu können, geht Bonhoeffer zunächst auf die Urstandslehre, die Sünde und die Versöhnung ein. (vgl. DBW 1, 36. 69) Auf die Urstandslehre kommt Bonhoeffer vor allem deshalb zu sprechen, weil anhand dieser das gefallene Wesen des Menschen expliziert werden...

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