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Kultur und Erziehung

Neukantianische Pädagogik als transkulturelles Erziehungskonzept

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Katayon Meier

Seit vielen Jahren wird die sogenannte «multikulturelle» Struktur der Bundesrepublik Deutschland in unterschiedlichen pädagogischen Konzepten problematisiert. Vor allem die Erziehung wird in diesem Kontext als Herausforderung angesehen. Dass Kultur und Erziehung in Zusammenhang stehen, scheint evident zu sein. Was jedoch genau unter den Begriffen Kultur und Erziehung zu verstehen ist und wie diese in Zusammenhang stehen, bleibt oft diffus und trägt eher zur Verschleierung als zur Erhellung des Sachverhalts bei. Folgende Studie klärt anhand einer problemgeschichtlich-systematischen Analyse den Begriff Kultur und deren Verbindung mit dem Begriff Erziehung und erarbeitet anhand der gewonnenen Erkenntnisse ein transkulturelles Erziehungskonzept, das den veränderten Bedingtheiten des Heranwachsens Rechnung trägt und die Selbstbestimmung des Individuums und dessen kulturelle Freiheit in den Mittelpunkt stellt.
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3. Kultur als Leitmotiv der neukantianischen Pädagogik: Erziehung und Kultur in der systematischen Pädagogik Richard Hönigswalds, Moritz Löwis und Alfred Petzelts

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Wie im letzten Kapitel ersichtlich wurde, war für die Vertreter der geisteswissenschaftlichen Pädagogik der Kulturbegriff von wesentlicher Bedeutung. Ebenso war dieser Begriff für die Philosophen/Pädagogen, die sich auf Kant beriefen, der zentralisierende Punkt ihrer Philosophie und Pädagogik. Der „so genannte“ Neukantianismus (auch als Neokantianismus bezeichnet) benennt eine philosophische Schulrichtung in Deutschland, deren Anfänge auf die 50er und 60er Jahre des 19. Jahrhunderts zu datieren sind. So wie die geisteswissenschaftlichen Lebensphilosophen keine „einheitliche“ Schule bildeten, umfasste auch der Neukantianismus keine homogene Schulrichtung. Diese Bezeichnung ist nur in der Hinsicht legitim, dass all ihre Vertreter sich auf Kant beriefen und seinen transzendental kritischen Denkansatz weiterführen wollten; wie sie dies machten war jedoch höchst unterschiedlich. Die neukantianische Pädagogik war dementsprechend ein Sammelbegriff für unterschiedliche pädagogische Ansätze innerhalb des Neukantianismus, und heute wird sie vor allem mit der pädagogischen Schulrichtung, die sich in Nachfolge Hönigswalds etablierte, in Verbindung gebracht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Neukantianismus in deutschen Universitäten eine tonangebende Stellung, deren größter Teil jedoch durch die Machtergreifung des Nationalsozialismus, sowohl auf Grund der jüdischen Abstammung einiger seiner Vertreter, als auch des kulturkritischen Gedankenguts, das ihm inhärent war, erschüttert wurde. Manfred Pascher bezeichnet schon das Ende des Ersten Weltkriegs als den Schluss der Blütezeit dieser Schule, weil die dramatischen Geschehnisse dieser Zeit den Glauben an die Vorherrschaft der Vernunft und seinen Bildungsoptimismus verblassen ließen und Tür und Tor für...

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