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Skandal im Sprachbezirk

Edited By Martin Neef, Susanne Borgwaldt, Iris Forster and Imke Lang-Groth

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. Dieser Band versammelt in 16 von verschiedenen Autoren verfassten Kapiteln Skandale aus dem Umfeld der Sprache. Affären zwischen Sprachakteuren führen Chomsky und Skinner zusammen ebenso wie Heine und Platen sowie Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Grimm. Im Innern der Sprache stoßen sich Skandalforscher an verbotenen Wörtern, an der kurzschlüssigen Gleichsetzung von Genus und Geschlecht und an der mangelhaften linguistischen Fundierung der Orthographiereform. Die Realität des Englischunterrichts in Grundschulen wie auch der drohende Muttersprachenverlust bei Migranten lassen die Frage aufkommen, ob Individuen im Dickicht zwischen den Sprachen verlorenzugehen drohen.
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Böse Wörter, verbrauchte Wörter, missverständliche Wörter – Sprachkritik als Wortkritik oder: Wem gehört die Sprache?

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Iris Forster

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit einer Sprachkritik auf Wortebene und diskutiert die Gründe, die eine Verwendung von Wörtern wie Neger oder Endlösung in der deutschen Sprache problematisch machen und damit zumindest einschränken. Als Beispiele historischer und moderner Wortkritik werden das Wörterbuch des Unmenschen von Sternberger, Storz & Süskind aus dem Jahr 1957, eine Wortkritik im Rahmen der ‚Political Correctness‘ sowie die öffentliche Wahl zum ‚Unwort des Jahres‘ vorgestellt. Dabei wird deutlich, dass publizistische (und damit laienlinguistische) und wissenschaftliche Sprachkritiker durchaus unterschiedliche Positionen vertreten. Abschließend werden die Möglichkeiten und Grenzen einer linguistisch begründeten wissenschaftlichen Sprachkritik ausgelotet. Hier geht es nicht (nur) um Verbote einzelner Wörter, sondern vielmehr um die Sichtbarmachung verschiedener Ebenen, auf denen die Wortkritik ansetzt, sowie um eine Sensibilisierung für die Angemessenheit von Sprache in ganz unterschiedlichen Kommunikationszusammenhängen.

The article deals with the critical analysis of words and discusses the question why the use of words like Neger or Endlösung is problematic and restricted in the German language. Some examples of historic and contemporary language criticism are presented, e.g the Wörterbuch des Unmenschen (published in 1957 by Sternberger, Storz & Süskind), the ban and substitution of certain words in the context of ‘Political Correctness’, and the public election of an ‘Unwort des Jahres’. After discussing these examples, the potentials and limits of linguistic language criticism are explored. The aim of a scientific debate seems...

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