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Skandal im Sprachbezirk

Edited By Martin Neef, Susanne Borgwaldt, Iris Forster and Imke Lang-Groth

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. Dieser Band versammelt in 16 von verschiedenen Autoren verfassten Kapiteln Skandale aus dem Umfeld der Sprache. Affären zwischen Sprachakteuren führen Chomsky und Skinner zusammen ebenso wie Heine und Platen sowie Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Grimm. Im Innern der Sprache stoßen sich Skandalforscher an verbotenen Wörtern, an der kurzschlüssigen Gleichsetzung von Genus und Geschlecht und an der mangelhaften linguistischen Fundierung der Orthographiereform. Die Realität des Englischunterrichts in Grundschulen wie auch der drohende Muttersprachenverlust bei Migranten lassen die Frage aufkommen, ob Individuen im Dickicht zwischen den Sprachen verlorenzugehen drohen.
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Grammatische Illusionen und sprachliche Realitäten – Bemerkungen zum Sprachvermögen

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Grammatische Illusionen und sprachliche Realitäten –Bemerkungen zum Sprachvermögen*

André Meinunger

Im vorliegenden Beitrag geht es um etwas, das für manche Linguisten ein Skandal ist. Für diese Sprachwissenschaftler ist sprachliches Wissen – also das Beherrschen einer (Mutter-) Sprache – das Ergebnis des Spracherwerbsprozesses, der damit abgeschlossen ist, dass ein Sprecher einen ausreichend großen Wortschatz, aber vor allem eine Menge an grammatischen Regeln erworben hat, die er anwendet, wenn er sprachlich kommuniziert. Die Gesamtheit dieser Regeln ist die Grammatik. Es scheint nun aber so zu sein, dass unter bestimmten Bedingungen sprachliche Strukturen als vollkommen gut beurteilt werden, obwohl sie den Regeln widersprechen. In der Wahrnehmungspsychologie kennt man optische Täuschungen, die darin bestehen, dass man visuell etwas anders wahrnimmt, als es in Wirklichkeit der Fall ist. In Anlehnung an diese Phänomene sprechen manche Linguisten von ‚grammatischen Illusionen‘. Einige solcher Strukturen werden hier vorgestellt – angefangen mit der sogenannten ‚Skandalkonstruktion‘. Es wird dafür plädiert, abstraktes sprachliches Wissen einerseits und konkretes prozedurales Sprechen und Verstehen andererseits wenn nötig auseinanderzuhalten.

This contribution centers on what for some linguists is considered to be a scandal. For these researchers, linguistic knowledge – the mastery of one’s mother tongue – is the result of a process called language acquisition, which is achieved when the speaker has acquired an adequate vocabulary and especially a set of grammatical rules which (s)he respects when (s)he talks. The totality of these rules is called the grammar. Now...

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