Show Less
Restricted access

Der GmbH-Geschäftsführer zwischen Arbeits- und Gesellschaftsrecht

Ein deutsch-italienischer Rechtsvergleich vor dem Hintergrund der Danosa-Entscheidung des EuGH

Series:

Daniela Loy

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die sogenannte Danosa-Entscheidung des EuGH vom 11.11.2010. Die Autorin untersucht die Auswirkungen dieses Urteils auf das deutsche Arbeits- und Gesellschaftsrecht, wobei die Thematik der Arbeitnehmereigenschaft von GmbH-Geschäftsführern im Fokus steht. Insbesondere die Frage eines Beendigungsschutzes zugunsten von GmbH-Geschäftsführerinnen wird näher beleuchtet. Hier spielen Fragen des Mutterschutz- und Gleichbehandlungsrechts eine entscheidende Rolle. Die Folgen der Entscheidung Danosa für das deutsche Arbeits- und Gesellschaftsrecht werden unter Heranziehung der Ergebnisse aus dem Vergleich mit der Rechtslage Italiens analysiert, und hieraus Erkenntnisse und Ansätze für das deutsche Recht entwickelt.
Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

← xxiv | 1 →Einleitung

Extract

Der GmbH-Geschäftsführer ist eine ambivalente Rechtsfigur. Seine Tätigkeit wird primär durch das Gesellschaftsrecht bestimmt, zugleich können durch die Tätigkeit für die Gesellschaft jedoch auch Fragen des Arbeitsrechts tangiert werden. Dies geschieht oftmals gerade dann, wenn Streitigkeiten hinsichtlich der Ausgestaltung der Tätigkeit oder ihrer Beendigung entstehen. So lagen die Dinge in der aufsehenerregenden Danosa-Entscheidung des EuGH vom 11.11.2010:1 Eine schwangere Geschäftsführerin berief sich auf Kündigungsschutz und brachte gegen die Beendigung ihrer Geschäftsführertätigkeit ihre angebliche Arbeitnehmereigenschaft vor. Der Gerichtshof entschied zugunsten der Klägerin. Die Entscheidung sorgte in der deutschen Rechtswissenschaft für Furore und könnte für die Qualifizierung des Anstellungsverhältnisses von GmbH-Geschäftsführern das werden, was Christel Schmidt und Ayse Süzen einst für den Betriebsübergang waren: eine Leitentscheidung mit weitreichenden Folgen.2 Denn die Frage nach der Arbeitnehmereigenschaft eines GmbH-Geschäftsführers ist nicht nur ein „Klassiker“ der arbeits- und gesellschaftsrechtlichen Literatur und Rechtsprechung. Sie ist aufgrund ihrer erheblichen Bedeutung für die Wirtschaft auch von großer Praxisrelevanz. Diese könnte vor dem Hintergrund der Diskussion um die sog. „Frauenquote“3 sogar noch steigen: Sollte der Gesetzgeber eine solche einführen und sie neben Vorständen von Aktiengesellschaften auch auf die Geschäftsführung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung erstrecken, würden die praktischen Auswirkungen von Danosa noch deutlicher werden.4 Im Fokus dieser Arbeit stehen die Auswirkungen der EuGH-Entscheidung auf das deutsche Arbeits- und Gesellschaftsrecht. Diese werden im...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.