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Geschlechterrollen und Frauenbilder

Untersuchungen zu Romanen frankophoner schwarzafrikanischer und deutschsprachiger Autoren und Autorinnen

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Sewa Okpar

Der Wandel der Gender-Vorstellungen, der durch den politischen Feminismus der 1970er-Jahre angestoßen wurde, ist in der Literatur wie in den Literatur- und Kulturwissenschaften ein Thema von zunehmender Wichtigkeit. Dies gilt nicht nur für Europa, sondern auch für Afrika, dessen Länder von jenem Gender-Diskurs erreicht wurden. Gegenstand dieser Studie ist ein Vergleich literarischer Texte hinsichtlich der Darstellung von Geschlechterrollen und Frauenbildern. Der Verfasser bedient sich einer genderorientierten Untersuchung und behandelt Texte von vier Feministinnen, u.a. Calixthe Beyala und Elfriede Jelinek sowie von vier männlichen Autoren, von denen drei zur Genderfrage differenzierte Positionen bezogen haben: Heinrich Böll, Mongo Béti und Sadamba Tcha-Koura. Die Analyse zeigt, dass es hinsichtlich des Gender-Diskurses keinen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen, afrikanischen und europäischen Autoren gibt. Die festzustellenden Differenzen sind auf soziale Begebenheiten zurückzuführen, in denen analoge patriarchale Geschlechterbilder zu unterschiedlichen Folgen für die Individuen führen.
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2. Mongo Bétis Perpétue et l’habitude du malheur

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Der aus Kamerun stammende Autor, Mongo Béti, eigentlich Alexandre Biyidi-Awala, war einer der engagiertesten Schriftsteller Afrikas. Unter dem Pseudonym Eza Boto veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte und seinen ersten Roman.38 Später erschienen seine Werke unter dem Namen Mongo Béti. In seiner ersten Schreibphase (1954-1958) trat er als einer der zornigsten Kritiker der Kolonialverwaltung in Kamerun bzw. Afrika und der dortigen christlichen Missionare auf, die die Kolonialherrschaft stützten. Als der Romancier nach einer Schaffenspause zu Beginn der siebziger Jahre wieder zu schreiben begann, setzte er sich mit den Auswirkungen des Neokolonialismus und der Zerstörung der in die Unabhängigkeit gesetzten afrikanischen Hoffnungen auseinander.39 Perpétue et l’habitude du malheur40 zählt zu den Romanen, die in dieser zweiten Schaffensphase erschienen sind.

Mongo Béti prangert in Perpétue den Machtmissbrauch und die Unfähigkeit der neuen Regierenden in Afrika an und entwirft das Bild einer von Terror und Elend geprägten, postkolonialen Gesellschaft. Die Handlung spielt vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in einem afrikanischen Land41 knapp zehn Jahre nach seiner Unabhängigkeit: Armut, Plünderung der Bodenschätze durch ehemalige Kolonialherren, Alkoholismus, Betrug, ← 27 | 28 → Korruption, Mangel an medizinischer Versorgung, Despotismus und Repression (durch Straflager) und Ungerechtigkeit sind zu Charakteristika dieses Landes geworden.

Analysiert werden hier die unterschiedlichen Entwürfe von Weiblichkeit (Mutter bzw. alte Frau, Tochter, Ehefrau), die Geschlechterverhältnisse (in der Ehe) sowie die Auswirkungen der Tradition auf die Handlungsfreiheit der Frau. Es zeigt sich,...

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