Show Less
Restricted access

Die Krönung Josephs II. zum Römischen König in Frankfurt am Main

Logistisches Meisterwerk, zeremonielle Glanzleistung und Kulturgüter für die Ewigkeit

Bernhard Macek

Das Buch vermittelt ein umfassendes Bild von den ebenso aufwendigen wie glanzvollen Krönungszeremonien Josephs II. zum Römischen König. Dabei kommt nicht nur die Vergangenheit zur Sprache, sehr wohl wird auch der Gegenwartsbezug hergestellt. Zahlreiche Darstellungen noch heute existierender Krönungsinsignien sowie häufige Verweise auf Sammlungen und Museen laden den Leser ein, sich auf Spurensuche zu begeben. Wien und Frankfurt sind gleichsam als Hauptdrehorte der Krönungsfeierlichkeiten im Heiligen Römischen Reich zu nennen. Als Ergebnis liegt ein Buch vor, das Vergangenes mit Gegenwärtigem verknüpft und detaillierte kulturhistorische Vorgänge auf interessante und amüsante Weise beschreibt.
Show Summary Details
Restricted access

VI. Die Krönung

Extract



Nach monatelangen Vorbereitungen war es nun so weit. Mit dem 3. April 1764 war der Tag der Krönung herangerückt. Bereits um 6 Uhr früh wurde die Sturmglocke geläutet und Frankfurt ließ die drei Bürgerkompanien ausrücken und alle wichtigen Posten besetzen.228

Kurz nach 9 Uhr begaben sich die drei geistlichen Kurfürsten im Kurhabit von ihren Quartieren in den Dom, wo sie ihre Pontifikalgewänder anlegten. Dort trafen sie auf die Deputierten aus Aachen und Nürnberg, die ihnen die Reichsinsignien übergaben.229

Es wurden jedoch nicht alle Reichskleinodien in der Kirche hinterlegt, da einige Stücke schon beim Zug in den Dom benötigt würden. Diese bereits vor der Krönung verwendeten Insignien wurden ins kaiserliche Quartier gebracht.230

Während in der Kirche die letzten Vorbereitungen getroffen und die Insignien ins kaiserliche Quartier transportiert wurden, fuhren die Wahlbotschafter der weltlichen Kurfürsten zum Römer. Dort warteten sie auf die Nachricht vom Kaiser, dass alles bereit stünde. Nach der Antwort des Monarchen begaben sich die Wahlbotschafter zum kaiserlichen Quartier, von wo aus sich in der Folge der Krönungszug zum Dom bewegte.231 Durch das eingangs erwähnte Missgeschick hinsichtlich der Reichsinsignien verzögerte sich jedoch der Beginn des Zuges. Erst mit circa einer Stunde Verspätung konnte der Festzug um 11 Uhr232 endlich beginnen.

Nach einer streng festgelegten Ordnung zog der Kaiser mit seinem Sohn, dem Hofstaat und den Würdenträgern des...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.