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Mehrsprachigkeit als Chance

Herausforderungen und Potentiale individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit

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Edited By Stéfanie Witzigmann and Jutta Rymarczyk

Ein modernes, weltoffenes Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch seine Orientierung an Mehrsprachigkeit aus. Dabei darf Mehrsprachigkeit nicht nur als Reaktion auf die Kompetenzerweiterung des modernen Menschen gesehen werden, sondern zugleich als Antwort auf die Bildungsrealität, in der die sprachliche Heterogenität der Lerngruppen längst Normalität geworden ist. Zahlreiche Konzepte und Modelle individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit werden weltweit erprobt, reflektiert und wissenschaftlich analysiert. Dieser Band präsentiert aktuelle Ansätze in unterschiedlichen Ländern (USA, Mazedonien, Schweiz, Spanien und Deutschland) für den Umgang mit individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit.
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Sprachliche und kulturelle Vielfalt als Ressource im Spanischunterricht: Zur Entwicklung von Language Awareness und Cultural Awareness

← 144 | 145 → Eva Maria Fernández Ammann

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Sprachliche und kulturelle Vielfalt als Ressource im Spanischunterricht: Zur Entwicklung von Language Awareness und Cultural Awareness

Considering the multilingual German classroom, Spanish as a target language provides ample possibilities to analyse multilingual realities. On the background of different language areas, students can be encouraged to effectively develop language and cultural awareness towards their own environment.

1. Einführende Überlegungen

Die Nutzung herkunftsbedingter oder „lebensweltlicher“ (Gogolin 2004) Mehrsprachigkeit und Multikulturalität als wichtige Ressource einer zunehmend heterogenen Gesellschaft ist ein zentrales Desiderat schulischen (Fremd-)Sprachenunterrichts (vgl. Fäcke 2011: 184; Roche 2013: 266). Obwohl diese Forderung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse der Globalisierung und Migration kein Novum darstellt, wird sie in der fremdsprachendidaktischen Forschung und Praxis noch immer nicht ausreichend berücksichtigt (vgl. Abendroth-Timmer & Fäcke 2011: 20).

Die Gründe hierfür subsumiert Schader (2012: 20) unter dem Schlagwort „Ethno- und Linguozentrismus“ – einer Haltung, die bis heute das gesellschaftliche Selbstverständnis und somit auch das Bildungssystem im Sinne einer überholten puristisch-nationalkulturellen bzw. nationalsprachlichen Tradition durchdringt (vgl. ebd.: 20ff.)1. Demgegenüber findet sich andererseits ein durchaus erhöhtes Aufkommen von Ansätzen, die einen ← 145 | 146 → Perspektivwechsel von einer Defizit- hin zu einer Ressourcenorientierung nahelegen und ein entsprechend differenziertes und multidimensionales Verständnis mehrsprachiger und interkultureller Kompetenzen postulieren (vgl. Candelier et al. 2010: 14ff., 37).

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