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Mehrsprachigkeit als Chance

Herausforderungen und Potentiale individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit

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Edited By Stéfanie Witzigmann and Jutta Rymarczyk

Ein modernes, weltoffenes Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch seine Orientierung an Mehrsprachigkeit aus. Dabei darf Mehrsprachigkeit nicht nur als Reaktion auf die Kompetenzerweiterung des modernen Menschen gesehen werden, sondern zugleich als Antwort auf die Bildungsrealität, in der die sprachliche Heterogenität der Lerngruppen längst Normalität geworden ist. Zahlreiche Konzepte und Modelle individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit werden weltweit erprobt, reflektiert und wissenschaftlich analysiert. Dieser Band präsentiert aktuelle Ansätze in unterschiedlichen Ländern (USA, Mazedonien, Schweiz, Spanien und Deutschland) für den Umgang mit individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit.
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Der Sprachrhythmus bei deutsch-türkischen L3-Spanischlernern: Positiver Transfer aus der Herkunftssprache?

← 184 | 185 → Christoph Gabriel & Exequiel Rusca-Ruths

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We investigate the acquisition of speech rhythm in L3 Spanish by learners with Turkish as a heritage language in a German High school. It is shown that learners with a high degree of metalinguistic/phonological awareness perform target-like, thus speaking in favor of positive transfer from Turkish.

1. Einleitung

Rund 45% der unter 18-jährigen Einwohner Hamburgs hatten 2012 einen Migrationshintergrund, wobei der größte Anteil mit 18% auf türkischstämmige Jugendliche entfiel1. Kulturelle und sprachliche Vielfalt sind also aus der schulischen Realität in urbanen Ballungsräumen kaum wegzudenken und stellen eine zentrale Ausgangsbedingung für das unterrichtliche Handeln dar – auch und nicht zuletzt für das Lehren und Lernen von Fremdsprachen. Dennoch wurden die spezifischen Bedingungen schulischen Fremdsprachenlernens (FSL) durch Schüler türkischer Herkunft bislang kaum untersucht (für einen Überblick zu migrationsbedingter Mehrsprachigkeit und FSL vgl. Hu (2011). Erste Erkenntnisse zum schulischen Erwerb der Fremdsprache (FS) Englisch durch Lerner mit der Herkunftssprache (HS) Türkisch liegen in Bezug auf deren Lesekompetenz vor (Elsner 2007; Rauch, Jurecka & Hesse 2010); Untersuchungen zum Erwerb spezifischer sprachlicher Bereiche bilden jedoch die Ausnahme (vgl. Özkul im vorliegenden Band). So hat Sağın Şimşek (2006) für den Erwerb der Wortstellung in der FS Englisch gezeigt, dass bei Bilingualen ← 185 | 186 → eher Transfer (Odlin 2003) aus der dominanten Sprache Deutsch als aus der HS Türkisch vorliegt; zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Kupisch, Snape & Stangen (2013) bezüglich der Artikelverwendung2. Studien zur Aussprache...

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