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Zachows Kantaten

Quellen – Stil – Kontext

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Wladimir Stadnitschenko

Zum 350-jährigen Geburtsjubiläum von F. W. Zachow erscheint erstmals in Buchform diese innovative, provokative und auch überraschende Forschungsarbeit. Zachow war Händels Lehrmeister. Die Arbeit erschließt die Handschriften der Vokalwerke Zachows mit historisch-quellenkundlicher Methodik und stellt erstmals ein Quellenverzeichnis zusammen. Sie untersucht die gattungs- und stilbildenden Aspekte seiner Kompositionen und seine musik-historische Sonderbedeutung. Außerdem erörtert sie die Bewerbung von J. S. Bach 1713 in Halle und seine Teilnahme am Orgelneubau, Bachs ideale, recht schöne und recht große Orgel. Diese Arbeit wendet sich an Kirchenmusiker, Chorleiter, Organisten und Sänger und alle, die die musica sacra des Halleschen Spätbarockkomponisten F. W. Zachow wiederentdecken möchten.
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Kapitel 5 Vertonte Texte

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Kapitel 5Vertonte Texte

Warum so ein ernster Musikwissenschafftler wie Friedrich Chrysander dem wir die erste Händel Gesamtausgabe verdanken beschimpfte Zachows Kantate Ruhe, Friede, Freud und Wonne (TV4) als eine entsetzlich pietistische Musik? Was konnte Zachow als langjähriger Musikdirektor der Stadt Halle (1684–1712) der genauso wie Händel und J.S. Bach aus dem lutherisch orthodoxen Lager stammte mit dem damaligen Halleschen Pietismus etwas zu tun haben, wenn überhaupt? Die Notwendigkeit einer knappen Berührung des Pietismus im Rahmen dieser Arbeit erklärt sich vor Allem aus der Tatsache, daß das Gegenüberstehen und die nicht immer friedliche Koexistenz der lutherischen Orthodoxie und des Pietismus den historischen Kontext der künstlerischen Epoche zur Zeit Zachows gebildet und die damalige geistliche Atmosphäre des Halleschen Lebens wesentlich geprägt hat. Es ist unmöglich, den Geist der Epoche, in der Zachow lebte und wirkte, zu verstehen, ohne sich in diese beiden geistlichen Strömungen innerhalb des deutschen Protestantismus zu vertiefen. Überdies ist auch die musikalische Kultur der Stadt Halle nicht unberührt von der Wirkung des Pietismus geblieben. Pietismus und Orthodoxie in der protestantischen theologischen Literatur sind gründlich erforscht worden. Diese beiden geistlichen Strömungen interessieren mich nicht als solche, sondern vor allem in ihrem Verhältnis zu den hohen Formen der protestantischen Kunstmusik, genauer gesagt, wegen der Musikansichten ihrer führenden Persönlichkeiten, weil ihre Ideen unmittelbar die damalige Praxis des Musizierens beeinflußten. Es handelt sich daher um eine Gegenüberstellung dieser religiösen Bewegungen...

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