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Zachows Kantaten

Quellen – Stil – Kontext

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Wladimir Stadnitschenko

Zum 350-jährigen Geburtsjubiläum von F. W. Zachow erscheint erstmals in Buchform diese innovative, provokative und auch überraschende Forschungsarbeit. Zachow war Händels Lehrmeister. Die Arbeit erschließt die Handschriften der Vokalwerke Zachows mit historisch-quellenkundlicher Methodik und stellt erstmals ein Quellenverzeichnis zusammen. Sie untersucht die gattungs- und stilbildenden Aspekte seiner Kompositionen und seine musik-historische Sonderbedeutung. Außerdem erörtert sie die Bewerbung von J. S. Bach 1713 in Halle und seine Teilnahme am Orgelneubau, Bachs ideale, recht schöne und recht große Orgel. Diese Arbeit wendet sich an Kirchenmusiker, Chorleiter, Organisten und Sänger und alle, die die musica sacra des Halleschen Spätbarockkomponisten F. W. Zachow wiederentdecken möchten.
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Kapitel 7 Instrumentarium der Vokalwerke

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Kapitel 7Instrumentarium der Vokalwerke

Das Thema „Das Orchester Zachows“ wurde bis heute noch nie untersucht. In den Büchern von Fritz Volbach, Adam Carse und Charles S. Terry wird der Name Zachow kein einziges mal erwähnt. Partituren der Vokalwerke wurden schon 1905 ediert, so daß es umso verwunderlicher ist, daß diese gründlichen Forscher diesen Meister nicht berücksichtigten. Wahrscheinlich hat die negative Beurteilung Chrysanders hierbei mit eine Rolle gespielt.

Auch auf dem Gebiet der Orchesterbehandlung erscheint Zachow als herausragende Persönlichkeit und übertrifft hier zahlreiche andere mittel- und norddeutsche Kirchenmusiker seiner Zeit.

Der Begriff Orchester wurde erstmals von Johann Mattheson in die musikwissenschaftliche Literatur eingeführt und zwar ein Jahr nach Zachows Tod. In der Vorrede zu seinem Traktat „Das neu-eröffnete Orchester“ bezeichnet er den Begriff Orchester als eine „…noch nicht sehr gemeine und dabei galante Expression“ und erläutert dabei die griechische Herkunft des Begriffs97. Man darf annehmen, daß zu dieser Zeit die o. G. „galante Expression“ in den musikalischen Kreisen Hamburgs bereits üblich wurde, weil sich Reinhard Keiser in seinem Nachwort zu diesem Traktat mit ihr einverstanden zeigt. Es ist auch denkbar, daß in der damaligen Zeit der Begriff Orchester neben den Bezeichnungen „Ensemble der Instrumentisten“ und „Capella“ existierte. Die Verwendung des Begriffs Orchestre ist bei J. S. Bach erst 20 Jahre spaeter belegt und zwar in seinem Brief an Kurfuerst Friedrich August II. von Sachsen-Dresden, von 27 Juli 1733.(S. in: J.S. Bach Leben und Werk in Dokumenten,...

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