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Poetik des Hasses in der österreichischen Literatur

Studien zu ausgewählten Texten

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Marta Wimmer

Hass ist ein theoretisch-psychologisch und kulturwissenschaftlich relevantes Thema, das auch im Medium Literatur zum Ausdruck kommt. Die Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, diverse Manifestationen des Hasses am Beispiel ausgewählter Werke zu untersuchen. Die Analysen haben ergeben, dass Hass nach wie vor eine beträchtliche soziale und kulturelle Energie darstellt, die in Kunst und Literatur zweckmäßig eingesetzt wird, um außerliterarische Ziele zu erreichen. Unter den mitteleuropäischen Literaturen liefert besonders die österreichische Literatur einschlägige Beispiele für eine tiefgründige Behandlung des Hassmotivs, was zur Annahme führt, dass dieses Motiv zu den grundlegenden Komplexen des österreichischen Kulturcodes gehört.
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1. Einleitung

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Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den literarischen Umgang mit dem Phänomen Hass am Beispiel ausgewählter Werke nachzuzeichnen. Im Zentrum des Interesses stehen Texte der Literatur mit einem Rückblick auf die Verankerung dieses Motivs in der österreichischen Tradition. Die Arbeit behandelt ein zentrales Thema der österreichischen (Nachkriegs-)Literatur, den Hass bzw. die ambivalente Hassliebe auf das Eigene, die mit dem Hass auf das Fremde gepaart ist. Den Ausgangspunkt der vorliegenden Abhandlung bildet der Versuch einer terminologischen Bestimmung des „Hasses“ und ihm nahestehender Begriffe unter Beachtung von historischen, anthropologischen und sozialwissenschaftlichen Aspekten. Von Belang erscheinen auch psychoanalytische Konzepte, die für diese Arbeit wichtige Zugänge eröffnet haben. Es wird auch auf die Theorie der „Hate speech“ von Judith Butler sowie auf die Handlungsmacht der Sprache hingewiesen – diese besteht nicht zuletzt in der Macht andere wehzutun. Daraus ergibt sich eine Reihe von Fragen, die für unseren Kontext relevant sind: Was ist damit gemeint, wenn man behauptet, jemand sei durch Sprache verletzt worden? Welche Wirkung übt die von uns gebrauchte Sprache auf andere aus? Welche Art von Sprache ist zu gebrauchen? Das Problem des verletzenden Sprechens lässt auch die Frage aufkommen, welche Wörter verwunden und welche Repräsentationen kränken? Wobei hier beachtet werden muss, dass die Aufmerksamkeit nicht nur auf geäußerte, ausdrückliche Aspekte der Sprache zu richten ist, da die sprachliche Verletzung nicht nur den Effekt der Wörter, mit denen man angesprochen wird, sondern auch den Modus der Anrede...

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