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Poetik des Hasses in der österreichischen Literatur

Studien zu ausgewählten Texten

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Marta Wimmer

Hass ist ein theoretisch-psychologisch und kulturwissenschaftlich relevantes Thema, das auch im Medium Literatur zum Ausdruck kommt. Die Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, diverse Manifestationen des Hasses am Beispiel ausgewählter Werke zu untersuchen. Die Analysen haben ergeben, dass Hass nach wie vor eine beträchtliche soziale und kulturelle Energie darstellt, die in Kunst und Literatur zweckmäßig eingesetzt wird, um außerliterarische Ziele zu erreichen. Unter den mitteleuropäischen Literaturen liefert besonders die österreichische Literatur einschlägige Beispiele für eine tiefgründige Behandlung des Hassmotivs, was zur Annahme führt, dass dieses Motiv zu den grundlegenden Komplexen des österreichischen Kulturcodes gehört.
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7. Abschließende Bemerkungen

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Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, diverse Manifestationen des Hasses am Beispiel ausgewählter Werke zu untersuchen. Die Analysen haben ergeben, dass der Hass nach wie vor eine beträchtliche soziale und kulturelle Energie darstellt, die in der Kunst und Literatur zweckmäßig eingesetzt wird, um außerliterarische Ziele zu erreichen. Unter den mitteuropäischen Literaturen liefert besonders die österreichische Literatur einschlägige Beispiele für eine tiefgründige Behandlung des Hassmotivs, was zur Annahme führt, das dieses Motiv zu den grundlegenden Komplexen des österreichischen Kulturcodes gehört. Schon im Kapitel „Österreichhass“, wo nach den Bausteinen österreichischer Identität gefragt wird, bildet das Hassmotiv einen wesentlichen Schlüssel, der die Erkundung der österreichischen Art der Lesbarkeit von Welt ermöglicht. Das Hassmotiv prägte den Umgang der Österreicher mit ihrem eigenen Vaterland ganz wesentlich. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein war Österreich für die auf dem Gebiet des heutigen Österreichs lebenden Menschen kein nationaler Begriff, was allerdings nicht bedeuten soll, dass es damals kein Österreich-Bewusstsein gegeben hätte. Dieses wurde allerdings eher als ein Gemeinschaftsbewusstsein verstanden. Zu den zentralen Säulen der gesamtösterreichischen Identität gehörten u.a. die Neutralität und der Staatsvertrag, die nach 1945 bewusst anerkannte Kleinstaatlichkeit, der soziale Friede, der Föderalismus sowie ein relativ gering ausgeprägter Republikanismus.574 Weiterhin leistete die politische Erfolgsgeschichte der II. Republik einen Beitrag zur Entwicklung eines stabilen österreichischen Nationalbewusstseins. Auch die Ära Kreisky, der sozialdemokratische Aufbruch sowie die Modernisierungsversuche haben die...

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