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Die Jauerer Schlossbibliothek Ottos des Jüngeren von Nostitz

Teil 1 und Teil 2

Richard Sipek

Die Bibliothek Ottos des Jüngeren Freiherr von Nostitz, die heute in der Prager Nostitzbibliothek verwahrt wird, stellt mit ihren ungefähr 5.000 Bänden eine der bedeutendsten niederschlesischen Barockbibliotheken dar. Zugleich legt sie Zeugnis ab von der außergewöhnlichen Buchleidenschaft eines in den Rekatholisierungsprozessen seiner Zeit aktiven Adeligen. In der Jauerer Schlossbibliothek sind ältere adlige sowie bürgerliche Bibliotheken erhalten, die mithilfe der Provenienzforschung rekonstruiert werden konnten. Sie stellen die faszinierende Bibliothekslandschaft Schlesiens in Renaissance und Barockzeit dar.
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I. Kindheit und Studium Ottos des Jüngeren von Nostitz

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I.KINDHEIT UND STUDIUM OTTOS DES JÜNGEREN VON NOSTITZ

I.1Ottos Kindheit und die Löwenberger Schule

Otto der Jüngere von Nostitz7 wurde am 24. Mai 1608 in Seifersdorf (Mściszów) innerhalb des Bunzlau’schen Weichbildes (Niederschlesien) geboren.8 Sein Vater Johann von Nostitz auf Tschochau (Czocha) und Seifersdorf bekleidete die Stelle des Landeshauptmanns im Fürstentum Wohlau (Wołów), unweit von Breslau; Ottos Mutter Sophia war eine gebürtige Nostitz-Rottenburg bzw. Nieder Neuendorf. Johann von Nostitz und seine Frau gehörten zu den evangelischen Zweigen des Hauses von Nostitz und dementsprechend wurde auch Otto seit seiner Kindheit im evangelischen Glauben erzogen. Die ersten Bildungsschritte machte er noch zu Hause, wahrscheinlich unter der Führung seiner Mutter oder des damit beauftragten Präzeptors. Aus seinen frühen Kindheitstagen sind uns keine Nachrichten erhalten geblieben. Christoph Kölers Lobrede zufolge wurde Otto im Alter von sechs Jahren zur Schule in niederschlesischem Löwenberg (Lwówek Śląski) geschickt.9 Diese ← 15 | 16 → Rede stellt jedoch die einzige Quelle dar, die den Anfang von Ottos Schulbildung ins Jahr 1614 datiert.10

I.2Das Görlitzer Gymnasium

Mit Sicherheit finden wir Otto erst im Jahre 1622 am Görlitzer Gymnasium,11 das er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Johann Hartwig besuchte. Bei Köler finden wir, abgesehen von einer kurzen Erwähnung der Görlitzer Studien, nichts über diese Jahre und müssen daher von den im Familienarchiv Nostitz-Plana aufbewahrten Schulbuchrechnungen ausgehen. In diesen Rechnungen fällt auch...

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