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Innovationssysteme und Wohlstandsentwicklung in der Welt

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Bernhard Seliger, Jüri Sepp and Ralph Michael Wrobel

Wer die vorherrschenden europäischen wirtschaftspolitischen Diskurse der vergangenen Jahre anschaut, könnte meinen, dass Wohlstandsentwicklung im Wesentlichen als Folge von wohlgemeinten und tiefgreifenden Staatseingriffen besteht. Egal, ob es um die Rettung von einzelnen Unternehmen oder ganzen Staaten geht, staatlich gesetzte Zielmarken ersetzen Ergebnisse des Marktes. Die Einschränkung der wettbewerblichen Freiheit wird dabei hingenommen und meistens gar nicht thematisiert. Das kann aber nur dann zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, wenn man schon das beste mögliche Ergebnis des Marktprozesses kennt und vorwegnehmen kann. Diese Problematik ist letztlich das Grundproblem der staatlichen Innovationspolitik. Aber wie kann der Staat am besten Innovationen fördern, die er nicht kennt, nicht im Sinne eines stochastischen Risikos, sondern im Sinne der von Frank Knight definierten Ungewissheit, die eben nicht vorausberechenbar ist?
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Wider die „Après nous le déluge“- Logik: Ordnungspolitik, Innovation und Nachhaltigkeit

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← 16 | 17 → Stefan Kolev

Wider die “Après nous le déluge”- Logik: Ordnungspolitik, Innovation und Nachhaltigkeit

1. Einleitung

Der öffentliche Diskurs über wirtschaftspolitische Zusammenhänge weist sicherlich viele Merkwürdigkeiten auf. Eine zentrale Besonderheit ist dabei der Umgang mit wissenschaftlichen Begriffen und die Transformation, die solche Begriffe erfahren. Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass das Schicksal häufig eines ist, bei dem mehr oder weniger präzise definierte wissenschaftlich Termini im Laufe der Zeit zu politischen Schlagworten geradezu verkommen. So ist es der Sozialen Marktwirtschaft ergangen, dem Neoliberalismus und eben auch der Ordnungspolitik. Alle sprechen darüber und versuchen vom Kapital des Begriffes zu zehren, wenige sagen aber, was sie damit genau meinen. Dieser Beitrag nimmt sich also ein ambitioniertes Ziel vor, wenn im Mittelpunkt der Analyse drei Begriffe stehen, die von einer solchen Sinnentstellung bedroht sind: Ordnungspolitik, Innovation und Nachhaltigkeit bilden den Dreiklang des Papiers. Sie werden von zahlreichen Politikern, Intellektuellen sowie Journalisten aus allen Teilen der Zeitung verwendet und bilden einen wesentlichen Punkt des heutigen wirtschaftspolitischen Diskurses.

Wie kann man aber im theoretischen Sinne über sie und besonders über ihren Zusammenhang nachdenken? Die folgende Abbildung zeigt das Dreieck, in dem diese Begriffe thematisiert und ihre möglichen Beziehungen erörtert werden können.

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