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Innovationssysteme und Wohlstandsentwicklung in der Welt

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Edited By Bernhard Seliger, Jüri Sepp and Ralph Michael Wrobel

Wer die vorherrschenden europäischen wirtschaftspolitischen Diskurse der vergangenen Jahre anschaut, könnte meinen, dass Wohlstandsentwicklung im Wesentlichen als Folge von wohlgemeinten und tiefgreifenden Staatseingriffen besteht. Egal, ob es um die Rettung von einzelnen Unternehmen oder ganzen Staaten geht, staatlich gesetzte Zielmarken ersetzen Ergebnisse des Marktes. Die Einschränkung der wettbewerblichen Freiheit wird dabei hingenommen und meistens gar nicht thematisiert. Das kann aber nur dann zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, wenn man schon das beste mögliche Ergebnis des Marktprozesses kennt und vorwegnehmen kann. Diese Problematik ist letztlich das Grundproblem der staatlichen Innovationspolitik. Aber wie kann der Staat am besten Innovationen fördern, die er nicht kennt, nicht im Sinne eines stochastischen Risikos, sondern im Sinne der von Frank Knight definierten Ungewissheit, die eben nicht vorausberechenbar ist?
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Struktur und Zusammenhänge des staatlichen Innovationssystems und der Innovationspolitik

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Einführung

Innovation ist mit einem zusätzlichen Kostenaufwand verbunden um Innovationsmöglichkeiten zu erforschen und Neuerungen zu planen, auszuprobieren und anzuwenden. Aus dem Kostenaufwand des Innovationsprozesses und der daraus resultierten Ergebnisunsicherheit ergeben sich sowohl Gewinn- als auch Verlustmöglichkeiten. Eine wirksame Erneuerung kann auf dem Markt einen erhofften Vorrang gegenüber Konkurrenten bringen, der eine Vergrößerung des Marktanteils und des Gewinnes ermöglicht. Der Misserfolg eines Innovationsprozesses jedoch bringt einen Verlust der eingebrachten Aufwendungen (Geld und Zeit) mit sich, welcher die wirtschaftlichen Ergebnisse und somit die Marktposition verschlechtert. Deswegen behindern diese große Risiken die Innovationsbestrebungen der Wirtschaftssubjekte und somit die ganze Entwicklung.

Um die mit der Innovation verbundenen Ausgaben und Risiken der Wirtschaftssubjekte zu verringern, wird durch die Unterstützung des öffentlichen Sektors ein staatliches Innovationssystem entwickelt. Dieses System verhilft dabei Kosten, die bei der Schaffung und Aufrechterhaltung einer innovationsfördernden Umwelt (wie Bildung, Wissenschaft, Informationsversorgung/-vermittlung, Schutz des intellektuellem Eigentums, Kommunikationsnetze u.v.m) entstehen, zu übernehmen. Gleichzeitig lenkt dieses System die Wirtschaftssubjekte mittels verschiedener politischer Maßnahmen (Bestellungen des öffentlichen Sektors, Steuerermäßigungen, Subventionen u.v.m.) hin zu innovativen Erneuerungen.

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