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Die Validität der Skalen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen

Eine empirische Untersuchung der Flüssigkeits- und Wortschatzskalen des GeRS am Beispiel des Italienischen und des Deutschen

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Katrin Wisniewski

Die Skalen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeRS) kommen zunehmend etwa bei der Formulierung von Bildungsstandards oder der Erstellung von Sprachtests zum Einsatz. Dieser Entwicklung steht jedoch ein eklatanter Mangel an Studien zur Möglichkeit der validen Verwendung dieser Skalen gegenüber. Diese Arbeit untersucht die theoretische und empirische Validität der GeRS-Skalen für Wortschatz und Flüssigkeit. Sie zeigt, dass die Skalen auf keiner kohärenten theoretischen Grundlage basieren. Zudem erfassen sie die untersuchte empirische italienische und deutsche gesprochene Lernersprache nur mangelhaft. Die Ergebnisse legen eine umfassende Überarbeitung der GeRS-Skalen nahe, um authentischer Lernersprache und aktuellen Forschungserkenntnissen gerecht zu werden.
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Einleitung

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Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (im Folgenden: GeRS, EUROPARAT 2001a,b, 2004) ist seit seinem Erscheinen im Jahr 2001 zum wohl wichtigsten Bezugspunkt für die Gestaltung von Sprachtests, Bildungsstandards, Curricula, und Lehrbüchern geworden (vgl. etwa ALDERSON 2007; FULCHER 2004; HULSTIJN 2007; HULSTIJN/ALDERSON/SCHOONEN 2010; LITTLE 2006, 2007; SCHNEIDER 2005, 2007). Mit dem Referenzrahmen steht verschiedenen Nutzergruppen ein methodisch komplex aufbereitetes Hilfsmittel zur Beschreibung und Einschätzung kommunikativer Sprachkompetenzen in der Fremdsprache zur Verfügung. Das vom Europarat herausgegebene Dokument hat sich damit als fruchtbares Instrument für die Förderung der europäischen Mehrsprachigkeit herausgestellt. Eine sehr hohe - und stetig steigende - Zahl von Sprachtests (Curricula, Lehrbüchern usw.) wird nunmehr auf den GeRS bezogen, wobei auch wichtige Entscheidungen aufgrund dieser Einschätzungen getroffen werden (so genannte high stakes-Tests). Die Gewissheit darüber, dass faire und valide Einschätzungen von Lernersprache mit Hilfe des Referenzrahmens tatsächlich möglich sind, ist deshalb von immenser Bedeutung.

Trotz der weiten Verbreitung des GeRS kann nicht außer Acht gelassen werden, dass das Dokument von Beginn an auch sehr kritisch diskutiert wurde. Zunächst hat man ihm vor allem mangelnde Kohärenz und fehlende Theoriebindung vorgeworfen (vgl. ALDERSON/FIGUERAS/KUIJPER/NOLD/TAKALA/TARDIEU 2004; BAUSCH/CHRIST/KÖNIGS/KRUMM 2003; QUETZ 2007). Insbesondere in Bezug auf die im Referenzrahmen vorfindlichen Skalen liegt auch ein Mangel an empirischer Validierung vor, der zunehmend angeprangert wird (vgl. ALDERSON 2007; FULCHER 2004; HULSTIJN 2007; HULSTIJN/ALDERSON/SCHOONEN 2010; LITTLE 2007). Gerade die Skalen und damit das Stufensystem werden...

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