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Wirkungszusammenhänge

Neue Studien zu Edith Stein und Bernhard von Clairvaux, Cusanus, Rilke, Max Planck, der Oper und der Literatur

Bernd Urban

Das Buch versammelt Studien zu Edith Stein und Bernhard von Clairvaux, zu Rilke und dem Duineser Engel, zu Max Planck und der modernen Dante-Kosmologie, zur klassischen Oper und zu Nikolaus Cusanus sowie den ersten Nachtrag zur Literaturrezeption der späteren Karmelitin Edith Stein. Projektskizzierte Befunde vertiefen und erweitern das Lebens-, Denk- und Wirkungsfeld Edith Steins in bisher so noch nicht gesehenen literaturphilosophischen Aspekten und Bereichen und arbeiten mit, das Bild der Heiligen zu vervollständigen.
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Edith Stein und Bernhard von Clairvaux. Späte Begegnung?

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Das aktive Leben und das beschauende Leben, beides hat Bernhard in solcher Intensität erfahren und gestaltet, wie kein anderer Mensch seiner Epoche, von dem wir wissen. Mit allen großen Strömungen der Zeit war er nicht nur konfrontiert, sondern gestaltete sie selbst mit, voller Sympathie oder voller Widerstand: Armutsbewegung und Kreuzzug, Papstschisma und Adelsfehden, Scholastik und Mystik, Liebesdichtung und Kriegspropaganda … Mit wem von den Großen seiner Zeit hätte er nicht zusammengewirkt oder ist er nicht zusammengestoßen? Päpste baten um seinen Rat, Königen drohte er, Philosophen bekämpfte er, Bischöfe verdanken ihm ihr Amt. Im Kirchenstaat Innozenz II. und Eugen III., in Frankreich Ludwig VI. und Ludwig VII., in Deutschland Lothar III. und Konrad III., in Italien Roger II. – sie alle haben mit ihm verhandelt, und die meisten von ihnen oft und oft. Ordensgründer wie Norbert von Xanten oder Gilbert von Sempringham waren seine Freunde, eine Seherin wie Hildegard von Bingen verehrte ihn tief, und der progressivste Denker seiner Generation, Peter Abaelard, lernte ihn hassen.28

Die Welt geriet aus den Fugen. Das Papsttum gespalten, der Nachfolger Petri predigte den Kriegszug, der Abt von Cluny war in den Streit zwischen König und Papst verstrickt, die Geheimnisse des Glaubens bezweifelt, Mönche, die auf der Straße predigten, fanatisiertes Volk, das durch die Lande zog, Juden wurden erschlagen, allenthalben schien Bürgerkrieg zu toben, Ostrom dem Untergang nah, der Antichrist, so glaubten viele, rüstete zum Kommen – wo war Frieden, wo...

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