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Wirkungszusammenhänge

Neue Studien zu Edith Stein und Bernhard von Clairvaux, Cusanus, Rilke, Max Planck, der Oper und der Literatur

Bernd Urban

Das Buch versammelt Studien zu Edith Stein und Bernhard von Clairvaux, zu Rilke und dem Duineser Engel, zu Max Planck und der modernen Dante-Kosmologie, zur klassischen Oper und zu Nikolaus Cusanus sowie den ersten Nachtrag zur Literaturrezeption der späteren Karmelitin Edith Stein. Projektskizzierte Befunde vertiefen und erweitern das Lebens-, Denk- und Wirkungsfeld Edith Steins in bisher so noch nicht gesehenen literaturphilosophischen Aspekten und Bereichen und arbeiten mit, das Bild der Heiligen zu vervollständigen.
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Edith Stein und die „klassische Oper“: das „Höchste“ – der „Zauber“ – die „Reinheit“. Literarisch-nachgefühlte Erinnerungen an Mozart, Beethoven, Wagner – und Bach

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Beethoven ist die Rhetorik unserer Seele, Wagner ihr Fühlen, Schumann vielleicht ihr Denken: Mozart ist mehr, er ist die Form. Das stellt ihn zu Goethe und Shakespeare.277

In ihren autobiographischen Erinnerungen Aus dem Leben einer jüdischen Familie vom September 1933278 berichtet Edith Stein über ihre Gymnasialzeit, über den Lehrstoff in Unter- und Oberprima („in Schillers philosophischen Gedichten fand ich die mir genehme Weltanschauung“279; „Grillparzer – Hebbel – Otto Ludwig: Das waren ja meine vertrauten Freunde“; ESGA 1, S. 128) und schreibt, dass der Besuch des Theaters „noch größere Freude als das Lesen“ (ebd., S. 129) gemacht habe. „Wenn in jenen Jahren“ – fährt Edith Stein fort –

die Aufführung eines klassischen Dramas angekündigt wurde, so war mir das immer wie eine persönliche Einladung. Ein bevorstehender Theaterabend war wie ein leuchtender Stern, der allmählich näher kam. Ich zählte die Tage und Stunden, die mich noch davon trennten. Es war schon beglückend, im Theaterraum zu sitzen und zu warten, bis der schwere eiserne Vorhang in die Höhe ging – das Klingelzeichen ertönte -, endlich die neue, fremde Welt sich öffnete. (Ebd.)

Vor allem die des ihre „Lebensgeister“ weckenden Shakespeare, ihr „tägliches Brot“: „In dieser farbenprächtigen Welt der großen Leidenschaften und Taten war ← 139 | 140 → ich“ – so an anderer Stelle der Erinnerung – „viel heimischer als im Alltagsleben“ (ebd., S. 111); jetzt wiederholend: „Dann lebte ich ganz in dem Geschehen auf der Bühne, und der...

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