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Bewegte Sprache

Leben mit und für Mehrsprachigkeit

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Antonella Nardi and Dagmar Knorr

Mehrsprachigkeit begegnet einem heutzutage überall; sie hat alle Lebensbereiche und Kommunikationsformen erfasst. Mehrsprachigkeit wird gelebt, weil die Mitglieder unserer Gesellschaft selbst mehrsprachig sind. Es sind Personen, die ihre sprachlichen Ressourcen in das gesellschaftliche Miteinander einbringen – so wie Antonie Hornung, der dieser Band gewidmet ist. Hierzu gehört auch der Wechsel zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Regionen. Mit den Personen bewegt sich auch die Sprache. Der Umgang mit Mehrsprachigkeit umfasst individuelle, didaktische und wissenschaftliche Facetten, die in diesem Band beleuchtet werden. Daher sind die Beiträge auf Deutsch, Italienisch, Englisch und Spanisch verfasst und vertreten sprachwissenschaftliche, didaktische und literaturwissenschaftliche Diskurse, die Mehrsprachigkeit in verschiedener Weise thematisieren. Gemeinsam ist ihnen die Basis, einen Menschen als Individuum mit seinen sprachlichen Fähigkeiten wahrzunehmen und wertzuschätzen.
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Grundlagen für den Einsatz von Korpora im Unterricht: Renata Zanin

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Seit einigen Jahren werden Korpora verstärkt im Sprachunterricht für die Schulung der Aufmerksamkeit auf Muster und Konventionen der Sprache eingesetzt. Der Beitrag will zeigen, wie umfassend die geprägte Sprache (Feilke 1994 und 1996) den Alltag einer mehrsprachigen Gemeinschaft bestimmt und wie die daraus entstehenden Momente der sprachlichen Unsicherheit mit Korpora erfolgreich überwunden werden können.

1Korpora

1.1Verfügbarkeit und Nutzen

In Jahren didaktischer Praxis mit Korpora im mehrsprachigen Umfeld der Freien Universität Bozen hat sich als Konstante ein Problem gezeigt, welches als Syndrom der vorgefundenen Verfügbarkeit, der Verfügbarkeit der Sprache des Nachbarn, bezeichnet werden könnte. Die zweite Sprache ist einfach da, sie ist sogar im Überfluss da, und trotzdem wird sie nicht als authentisches Übungsmaterial im Sprachlernprozess wahrgenommen. Aus der Perspektive der Planung und Unterstützung von Lernprozessen stellt sich daher die Frage, wie diese Verfügbarkeit der Sprache des Nachbarn für den alltäglichen Lernprozess genutzt und Momente des autonomen Sprachenlernens des Einzelnen gefördert werden können.

Auch bei den Korpusinstrumenten ist der Effekt der Availability-Bias (Zanin 2012) besonders deutlich zu Tage getreten. Die Tatsache, dass es hervorragend geeignete Texte und Instrumente für den Sprachunterricht im Klassenraum oder im Hörsaal gibt, wurde als ausreichende Voraussetzung angesehen, diese Instrumente in den Unterricht einzuführen, und zwar erfolgreich einzuführen, und zu nutzen. So hat der Einsatz von Korpora in der Didaktik des Englischen als Fremdsprache und die konzeptuelle Weiterentwicklung als DDL...

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