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Die Problematik der sprachlichen Integration von ImmigrantInnen

Unter Berücksichtigung des staatlich geforderten Sprachniveaus B1 (GER)- Verbesserungsvorschläge auf Grundlage der empirischen Untersuchung in Berlin-Moabit

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Liudmila Li

Integration und Sprache hängen eng miteinander zusammen. Besonders für ImmigrantInnen stellt die sprachliche Integration als Grundvoraussetzung für alle weiteren Dimensionen der Integration eine große Herausforderung dar. Reicht das Sprachniveau der staatlichen Integrationskurse in der Stufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens aus, um ein eigenständiges Leben führen zu können? Die Autorin untersucht die sprachliche Integration mit ihren Auswirkungen auf die verschiedenen Dimensionen der Integration, von der strukturellen (Arbeitsmarkt, Bildung, Ausbildung, Schule) über die soziale bis hin zur identifikatorischen Integration. Es wird gezeigt, dass das vom Staat für eine erfolgreiche Integration geforderte Sprachniveau der Stufe B1 der gestellten Forderung nicht gerecht werden kann.
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3. Die strukturelle Integration von ImmigrantInnen

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Die strukturelle Integration ist ein wichtiger Pfeiler der Eingliederung von ImmigrantInnen. Durch den Zugang zum Bildungs- und Ausbildungssystem und zum Arbeitsmarkt werden die Bedingungen für eine erfolgreiche soziale und kulturelle Integration geschaffen und die Grundlagen für eine identifikatorische Integration von ImmigrantInnen gelegt.

Für eine umfassende strukturelle Integration spielt der Erwerb der Staatsbürgerschaft eine entscheidende Rolle, denn nur so wird die volle Mitgliedschaft in der politisch-staatlichen Gemeinschaft möglich (vgl. Bayraktar, 2005: 209). Dass das für ImmigrantInnen umso wichtiger ist, brachte die bis 2005 Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Marie Luise Beck, zur Jahrtausendwende auf den Punkt:

„Ihre Staatsbürgerschaft entscheidet über die Rechte und die Pflichten, die Sie in unserem Land haben – Ihr Recht zu wählen, Ihren Beruf frei auszuüben oder Ihre Verpflichtung zum Wehr- oder Zivildienst. Was für die meisten von ihnen eine Selbstverständlichkeit ist, ist es für einen Teil unserer Bevölkerung nicht. Über sieben Millionen Menschen leben in unserem Land, ohne die deutsche Staatsbürgerschaft zu haben. Viele von ihnen sind als Arbeitnehmer oder Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, als Familienglieder nachgezogen oder hier geboren und aufgewachsen. Längst haben Sie als Arbeitnehmer und Unternehmer, als Steuerzahler, Rentner, Studierende oder Auszubildende ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden. Aus ‚Ausländern‘ sind längst ‚Inländer‘ geworden – oft noch ohne deutschen Pass. Diese Kluft gesellschaftlicher Wirklichkeit und rechtlicher Zugehörigkeit wollen wir mit dem neuen Staatsbürgerschaft...

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