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Die Problematik der sprachlichen Integration von ImmigrantInnen

Unter Berücksichtigung des staatlich geforderten Sprachniveaus B1 (GER)- Verbesserungsvorschläge auf Grundlage der empirischen Untersuchung in Berlin-Moabit

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Liudmila Li

Integration und Sprache hängen eng miteinander zusammen. Besonders für ImmigrantInnen stellt die sprachliche Integration als Grundvoraussetzung für alle weiteren Dimensionen der Integration eine große Herausforderung dar. Reicht das Sprachniveau der staatlichen Integrationskurse in der Stufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens aus, um ein eigenständiges Leben führen zu können? Die Autorin untersucht die sprachliche Integration mit ihren Auswirkungen auf die verschiedenen Dimensionen der Integration, von der strukturellen (Arbeitsmarkt, Bildung, Ausbildung, Schule) über die soziale bis hin zur identifikatorischen Integration. Es wird gezeigt, dass das vom Staat für eine erfolgreiche Integration geforderte Sprachniveau der Stufe B1 der gestellten Forderung nicht gerecht werden kann.
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6. Berlin – Eine Integrationsstadt?

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Zuwanderung ist quantitativ gesehen vor allem ein Großstadtphänomen (vgl. Krummacher 2000: 322). Besonders Berlin als multikulturelle Metropole verzeichnet einen hohen ImmigrantInnen-Anteil von einer halben Million Menschen. Auch leben in Berlin im Vergleich zu anderen Ballungsgebieten mit Abstand die meisten Nicht-Muttersprechenden. Jedoch sind es lediglich 11 Prozent der EU-ImmigrantInnen, wohingegen es in anderen größeren Städten zwischen 20 bis 30 Prozent sind (vgl. John 1997: 8).

Die größte Gruppe bilden die türkischen BerlinerInnen mit 160 000, die dauerhaft in der Stadt wohnen; viele von ihnen bereits in der dritten Generation. Daher wird Berlin auch gern als die „größte türkische Stadt“ (ebd.) außerhalb der Türkei bezeichnet.

Die Arbeitslosigkeit liegt bei ImmigrantInnen dreimal höher als bei den Einheimischen. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger der ImmigrantInnen hat sich seit 1986 mehr als verfünffacht (von knapp 6.000 auf über 30.000, und zwar ohne Flüchtlinge). Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zum einen sind sie in den wirtschaftlichen Strukturveränderungen im Zuge der Wiedervereinigung zu finden. Zum anderen werden durch die Sparhaushalte Einschränkungen von Förderprogrammen erzwungen. Dennoch hält die Zuwanderung von ausländischer Wohnbevölkerung an. Meist haben die ImmigrantInnen, die aus familiären oder humanitären Gründen nach Berlin kommen, vorrangig aufgrund von mangelnden Sprachkenntnissen und Qualifikationen nur einen beschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt (vgl. John 1997: 9).

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