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Jesus, der Kyrios?

Die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses

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Gertrud Pechmann

« … denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden.» (Röm 10,9) So lautet eines der ältesten Glaubensbekenntnisse des Neuen Testaments, das der Apostel Paulus in seinem Römerbrief überliefert hat. Es benennt den Kern des christlichen Bekenntnisses: Gott ist in Jesus Christus ein Mensch geworden, der gestorben und auferstanden ist. Aber wer war Jesus, wie sehen und verstehen ihn das Neue Testament, die Leben-Jesu-Forschung, die Ökumenischen Konzilien, moderne Theologen wie Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar sowie populäre Schriftsteller wie Gilbert Keith Chesterton und Clive Staples Lewis? Dieser Spur folgt das Buch. Es geht davon aus, dass die Person Jesus Christus eine Herausforderung für Glaube und Verstand ist, und möchte die Argumente christlicher Denker für die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses darstellen.
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3. Die Geschichte der historisch-kritischen Leben-Jesu-Forschung

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Die historisch-kritische Forschung ist das „Markenzeichen“ der wissenschaftlichen Auslegung der Bibel in der Neuzeit. Humanismus und Reformation beförderten die philologische Beschäftigung mit den Texten des Alten und Neuen Testaments, den Versuch, das geschilderte Geschehen authentisch zu rekonstruieren und somit den Gehalt der Aussagen zu erschließen. Viele Forscher zweifelten am historischen Wahrheitsgehalt der Bibeltexte (und versuchten, „durch rationalist. Bibelkritik ein ‚vernünftiges‘ Christentum mit der Schrift in Einklang zu bringen“.)145 Das christliche Bekenntnis wird also seither mittels historischer Methoden geprüft. „Die historische Rückfrage nach Jesus von Nazaret will mit Hilfe eines strengen methodischen Verfahrens aus den Jesusüberlieferungen diejenigen Traditionselemente herauskristallisieren, die mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Person des irdischen Jesus zurückgeführt werden können. Damit werden die biblischen Texte allerdings gegen den Strich gebürstet. Denn die Evangelien wollen prinzipiell keinen Tatsachenbericht liefern […], sondern sie wollen ausbuchstabieren, welche Bedeutung die Worte und Taten Jesu für diejenigen haben, die ihn als ‚Menschensohn‘, als ‚Christus‘, als ‚Sohn Gottes‘ bzw. als ihren ‚Herrn‘ bekennen“146 – so beschreibt das Exegese-Lehrbuch von Martin Ebner und Bernhard Heiniger das Anliegen der heutigen historischen Jesusforschung.

Diese neue Methode der Bibelauslegung zog ein weiteres Forschungsfeld an: Die Leben-Jesu-Forschung. Sie macht sich seit dem 18./19. Jahrhundert daran, die von der historisch-kritischen Forschung vertretenen Jesusbilder aufzuarbeiten.147 „Historische Jesusforschung stellt für die Verhältnisbestimmung von historischem Jesus und geglaubtem Christus […] zugleich eine Herausforderung und einen Gewinn dar. Die Herausforderung besteht darin, das Bekenntnis zu Jesus der kritischen Pr...

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