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Kommunikative Routinen

Formen, Formeln, Forschungsbereiche- Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Irma Hyvärinen

Edited By Leena Kolehmainen, Hartmut E. H. Lenk and Liisa Tiittula

Die Kreativität menschlichen Sprachgebrauchs spielt eine zentrale Rolle in verschiedenen Sprachtheorien. Ergebnisse der Phraseologie- und der Textforschung haben indes gezeigt, dass der alltägliche Sprachgebrauch durch ein hohes Maß an Konventionalität bis hin zur Stereotypie gekennzeichnet ist. Dieser Band vereint 16 Beiträge, die solchen kommunikativen Routinen in verschiedenen Zusammenhängen nachgehen. Untersucht werden Formeln in mittelalterlichen Testamenten ebenso wie Anreden im Drama und Kirchenliedern, die Funktion von Wiederholungen in literarischen Texten und deren Übersetzung, die Vermittlung und Aneignung kommunikativer Formeln im DaF-Unterricht und deren Gebrauch in Pressetexten, Notrufen, Kaufgesprächen sowie Routinen in Tagebüchern und Parlamentsreden.
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Formeln angesichts des Todes. Die Ödenburger Testamente aus dem Spätmittelalter

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Formeln angesichts des Todes Die Ödenburger Testamente aus dem Spätmittelalter

Cora Dietl

Abstract

Aus der ungarischen Stadt Sopron (Ödenburg) ist eine Sammlung von insgesamt 188 Testamenten von Bürgern, Adeligen und Klerikern der Stadt aus den Jahren 1400 bis 1526 erhalten. Die meisten dieser Texte sind in deutscher Sprache verfasst. Die vorliegende Untersuchung betrachtet den Formelgebrauch in diesen Testamenten. Generell folgen sie spätmittelalterlichen deutschen Standards und transformieren lateinische Formeln ins Deutsche. Einige wiederkehrende Wendungen allerdings sind typisch für die Ödenburger Testamente und scheinen Gefahren- und Krisensituationen im Königreich Ungarn im 15./16. Jahrhundert zu reflektieren. Dabei fällt auf, dass die Testatoren die Formeln keineswegs immer mechanisch anwenden; individuelle Variationen dürften auf ein Bewusstsein für die formelhafte Rede hinweisen. Vielleicht suchen Testatoren oder Schreiber nach einem Ersatz für eine Formel, wenn sie erkennen, dass sie nicht exakt der aktuellen und persönlichen Lage angemessen ist; vielleicht aber ändern sie sie auch ab, um ihrer eigenen Individualität Ausdruck zu verleihen.

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