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Metaphysik und die Ordination des Bewusstseins

Sander Wilkens

Metaphysik und Logik rechnen die Beziehungen der Bewusstseinsvermögen gewöhnlich nicht zu den logischen Beziehungen. Eine Ausnahme ist Kants Unterordnung der Sinnlichkeit unter das Verstandesvermögen in der Kritik der reinen Vernunft. Die Logik lehrt außerdem, bei der Anschauung erhalte man stets nur einen einzigen Gegenstand, womit Kant die Geschichte zugleich rekapituliert und prädeterminiert. Fragt man nach der Umkehrbarkeit des Bestimmungsverhältnisses unter den Fakultäten, ergibt sich aber keine Falschheit oder Unmöglichkeit. Es eröffnet sich ein breites Feld an Möglichkeiten, die echte Determination in die Fakultäten zu verlegen und die Formen der Erkenntnis hiervon abhängig zu machen. Die Geschichte der Projektion wird in den Zeugenstand berufen, inklusive einer abschließenden Neubewertung der Korrespondenz.
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[IV]. Zur Historie des Begriffes Ordre, Ordination, Ordonnanz: Descartes, Desargues, Leibniz, Kant; die neuere Geometrie (Hilbert).

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1. „Ce qui ne semblera nullement étrange à ceux qui, sachant combien de divers automates, ou machines mouvantes, l’industrie des hommes peut faire, sans y employer que fort peu pièces, à comparaison de la grande multitude des os, des muscles, des nerfs, des artères, des veines, et de toutes les autres parties qui sont dans le corps de chaque animal, considéreront ce corps comme une machine, qui, ayant été faite des mains de Dieu, est incomparablement mieux ordonnée, et a en soi des mouvements plus admirables, qu’aucune de celles qui peuvent être inventées par les hommes“616. Die wohlbekannte Stelle aus dem cartesianischen Discours de la Méthode bezeichnet die vielleicht bedeutsamste Quelle des neueren metaphysischen Ordonnanz-Begriffes (wie wir ihn ansprechen wollen), der an dieser Stelle im Kontext seines Bedeutungsfeldes angesprochen wird – der Über- und Einblick, die hierbei im Vordergrund stehen, sollen die Überschneidung mit dem ordo-Begriff seit insbesondere Plato und seiner reichhaltigen Erneuerung durch Leibniz nicht bestreiten617, gleichwohl eine genuine Bedeutung, die nur ihm zukommt und die im Folgenden zutage treten soll, entgegenstellen. Um wiederum die Verwechslung mit der projektiven – oder perspektivischen – Ordonnanz zu vermeiden, welche Desargues und Pascal gleichzeitig definiert und gebraucht haben, könnte es angebracht erscheinen, zunächst nur von einem metaphysischen Ordnungsbegriff oder einem ordre métaphysique zu sprechen. Hiermit aber würde sich das Feld von seiner ganzen Bedeutung her unangemessen einschränken (obgleich es, zumeist wegen der Anlehnung an eine bestimmte Schule, in dieser Form Usus ist). Dieser ordre m...

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