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Wörterbücher der Deutschen Gebärdensprache

Sprachspezifische Besonderheiten und deren Bearbeitung in ausgewählten Wörterbüchern

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Ulrike Thamm

Gebärdensprachwörterbücher bilden einen vergleichsweise kleinen Teil der deutschen Wörterbuchlandschaft. Diese Arbeit macht den Leser mit den Besonderheiten der DGS-Lexikografie vertraut – einer Disziplin, die unter verschiedensten Bedingungen die unterschiedlichsten Produkte hervorbringt. Im Laufe der Untersuchung wird deutlich, wie sehr soziokulturelle, sprachspezifische und sprachpolitische Gegebenheiten die einzigartige Beziehung zwischen Deutscher Gebärdensprache und Lexikografie prägen. Einige DGS- und gebärdensprachspezifische Phänomene stehen beispielhaft für die vielfältigen Besonderheiten bei der Konzeption von DGS-Wörterbüchern. Die Untersuchung einiger gängiger Wörterbücher zeigt, wie lexikografische Probleme in Print und durch elektronische Medien bearbeitet werden können.
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9. Abschließende Bemerkungen

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Um optimale Sprachadäquatheit in DGS-Wörterbüchern zu erreichen, muss die DGS-Lexikografie einen Weg finden, die sprachspezifischen Charakteristika der DGS in Wörterbücher einzubinden und Gebärden ihrer Modalität entsprechend darzustellen. Die besondere sprachpolitische Situation der DGS gebietet zudem ein gebärdensprachorientiertes Vorgehen bei der Datenerhebung und Lemmaselektion sowie die aktive Einbindung von gehörlosen Gebärdensprachbenutzern in den lexikografischen Prozess. Dass in diesem Prozess nicht von einer Eins-zu-Eins-Äquivalenz zwischen Laut- und Gebärdensprache ausgegangen werden sollte, wurde im Verlauf dieser Untersuchung mehrfach deutlich.

Die Wörterbuchlandschaft der DGS ist, wie sich bei der Untersuchung einzelner Wörterbücher zeigte, sehr heterogen. Einige Wörterbücher, beispielsweise das Kleine Wörterbuch der Gebärdensprache, die Gebärdenbücher und das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache, stellen die Benutzerfreundlichkeit in den Vordergrund und wollen durch ansprechende Gestaltung und relativ geringe fachliche Tiefe den Lernprozess vereinfachen. Konrads Annahme, dass allgemeinsprachliche Wörterbücher selten auf einer empirischen Grundlage beruhen (Konrad 2011:223), bewahrheitet sich gerade bei diesen Werken. Aus dieser fehlenden Basis ergibt sich die relative mikrostrukturelle Armut dieser Wörterbücher (Fischer 1996:157). Obwohl die Wörterbuchautoren sich häufig im Metateil mehr oder weniger wissenschaftlich mit den Besonderheiten der DGS und ihrer Verwendung auseinandersetzen, ist fraglich, in welchem Maße der Wörterbuchbenutzer diese Bemühungen wahrnimmt und diese Inhalte bei der Wörterbuchbenutzung berücksichtigt. Dennoch zeigt sich gerade bei den allgemeinsprachlichen Wörterbüchern die Motivation,...

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