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Fenster zur Welt

Interkultureller Film, marginalisierte Jugendliche und Performance-Autoethnographie

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Johann Wendel

Das Projekt Fenster zur Welt erforscht die kulturellen Praxen von marginalisierten Kindern und Jugendlichen in Brasilien, Deutschland und der Türkei, die ihre eigenen Kurzfilme erstellen und ihre Erfahrungen durch Webcam, YouTube und Blogs miteinander teilen. Die Studie stellt diese Prozesse als Performance-Autoethnographie dar, die vor allem das gesprochene Wort, das Interaktive und das Visuelle betont. In einer Perspektive der Cultural Studies und der Performance Studies hinterfragt sie die Hierarchie der an der Forschung Beteiligten und hebt die Stimmen der Kinder und Jugendlichen hervor, die in Forschungsberichten ähnlicher Projekte meist zum Schweigen verurteilt sind. Somit entwickelt die Studie einen kritischen Ansatz zur Entwicklung von Praxisprojekten der digitalen Inklusion für das 21. Jahrhundert.
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1. Das Projekt Fenster zur Welt: Historischer Kontext, State of the Art der digitalen Inklusion und Projektgeschichte

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Das Projekt Fenster zur Welt blickt auf eine Geschichte von fast zehn Jahren zurück, von 2002 bis 2011, wobei ich selbst zwischen 2008 und 2011 an seiner Entwicklung beteiligt war. In diesem Kapitel sollen die Grundlagen zum Verständnis und zur Verortung dieses Projekts in seinem historischem Kontext (Kapitel 1.1), in der aktuellen Debatte der digitalen Inklusion (Kapitel 1.2) und in seiner eigenen Entstehungsgeschichte (Kapitel 1.3) dargelegt werden.

In Kapitel 1.1 soll zunächst der geschichtliche Kontext des Projekts betrachtet werden, das sich zu Beginn des neuen Jahrtausends in einer Zeit rasanten technologischen Wandels entfaltete. Es sollen daher zunächst Prozesse der Globalisierung und der technologischen Entwicklung, jedoch – mit der Globalisierung einhergehend – auch Prozesse der Ausgrenzung und Marginalisierung beschrieben werden, wie sie die Bevölkerung der gesellschaftlichen Peripherien in ihrem Alltag erleben. Durch diese Marginalisierung wird gleichzeitig die Zielgruppe unseres Projekts definiert.

Im zweiten Teil dieses Kapitels, 1.2, sollen dann aktuelle Aspekte der Debatte der digitalen Inklusion herausgearbeitet werden, die über das reine Angebot von Räumen und Technologien hinausgehen und sowohl menschliche als auch soziale Ressourcen miteinbeziehen. Die Erarbeitung einer solchen Perspektive der digitalen Inklusion zu Beginn dieser Studie ist für eine Reflexion über den Nutzen von Projekten unter Beteiligung der marginalisierten Bevölkerung relevant, da sie die Schwachstellen von bereits durchgeführten Projekten enthüllen und Perspektiven für künftige Verbesserungen aufzeigen kann. Daher sollen im selben Unterkapitel positive wie negative Aspekte aktueller Projekte der digitalen Inklusion, die sich an Kinder...

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