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Migration und kulturelle Diversität

Tagungsbeiträge des XII. Internationalen Türkischen Germanistik Kongresses- Bd. I: Literatur- und Übersetzungswissenschaft

Metin Toprak and Ali Osman Öztürk

Der erste Band enthält die literatur- und übersetzungswissenschaftlichen Beiträge des XII. Türkischen Internationalen Germanistik Kongresses, der im Mai 2014 in Kocaeli/Türkei unter dem Thema Migration und kulturelle Diversität stattfand. Der Band ist in zwei Hauptkapitel unterteilt und enthält insgesamt 33 Beiträge, die mehrheitlich der Sektion Literaturwissenschaft zugeordnet sind und in aller Breite an den Titel des Kongresses anknüpfen. Es handelt sich dabei auch um Überlegungen und Analysen aus dem Bereich der Übersetzungswissenschaft, deren Themen aber im Fokus der Migration und kulturellen Diversität behandelt werden.
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Jenseits der narrativen Matrizen? Zum medienkulturvergleichenden Diskurs der kulturwissenschaftlichen Germanistik in Japan

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Kulturwissenschaftliche Wende in Japan

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Kulturwissenschaft auch in Japan ein Losungswort, wenn von einer Neuorientierung der Geistes- bzw. Humanwissenschaften, zumal der traditionellen philologischen und literaturwissenschaftlichen Disziplinen die Rede ist. In der Germanistik hatte die kulturwissenschaftliche Wende, wie sie z. B. in Deutschland wissenschaftstheoretisch bzw. institutionell erst in den 1990er Jahren zum Diskussionsthema wurde (Böhme / Scherpe 96: 7f.), de facto viel früher – Anfang der 80er Jahre – eingesetzt (Maeda 2001).

Einerseits geht eine solche kulturwissenschaftliche Öffnung auf soziale Erwartungen an diese Disziplin zurück. Interessen, Funktionen und Arbeitsformen der Germanisten hängen mit der Frage ihrer sozialen Legitimation eng zusammen. Und dabei ist die Legitimationsfrage ihrerseits spezifisch japanisch mitbedingt. Als „Auslandsgermanistik“ übernimmt die Germanistik in Japan auch die Funktion der Kulturvermittlung im weiteren Sinne. Das Interesse der Germanisten liegt daher nicht ausschließlich in der fachwissenschaftlichen Leistungen, die prinzipiell wissenschaftsintern evaluiert und anerkannt werden sollen. Ihnen geht es vielmehr darum, durch ihre publizistischen Tätigkeiten dem außerakademischen breiten Publikum eine möglichst bunte Skala der deutschen Wissenschaft und Kultur zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang erlangt die Anschlussfähigkeit an die Diskussion in der intellektuellen und kulturellen Öffentlichkeit in Japan die Priorität. So wird hier die Kompetenz eines kulturwissenschaftlich orientierten Generalisten mehr verlangt als die eines Spezialisten.

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